Ölpreise sinken aufgrund Friedenshoffnungen zwischen den USA und dem Iran
Die Ölpreise sind am Montag auf den niedrigsten Stand seit über zwei Wochen gefallen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 4,55 Prozent auf 98,83 Dollar je Barrel, während die US-Sorte WTI um 4,73 Prozent auf 92,03 Dollar nachgab.
Dies geschah im Kontext von Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, der erklärte, Washington und Teheran hätten eine Absichtserklärung zur Wiedereröffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormuz „weitgehend ausgehandelt“. Dennoch dämpfte er die Erwartungen an einen raschen Durchbruch und betonte, dass die US-Blockade iranischer Schiffe in vollem Umfang bestehen bleibe, bis ein Vertrag unterzeichnet werde.
Iran hingegen fordert ein Ende der US-Angriffe und der parallelen Konflikte im Libanon, während Israel Handlungsfreiheit gegen die Hisbollah-Miliz verlangt. Laut Analyst Saul Kavonic von MST Marquee gibt es trotz dieser Vorbehalte Anzeichen für Fortschritte in den Verhandlungen, was kurzfristig zu einer Entlastung der Ölpreise führen könnte.
Experten warnen jedoch, dass die durch den Krieg ausgelöste Energiekrise andauern wird. Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt die Kontrolle über die Straße von Hormuz, die vor dem Konflikt ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportierte. Selbst im Falle eines sofortigen Kriegsendes könnte der Schiffsverkehr dort frühestens 2027 wieder auf das normale Niveau zurückkehren.
In der Zwischenzeit haben mehrere Tanker die Straße von Hormuz verlassen. Ein mit Flüssigerdgas beladenes Schiff fuhr am Montag nach Pakistan, und ein Supertanker mit irakischem Rohöl machte sich ebenfalls auf den Weg nach China. Beide Schiffe hatten zuvor monatelang festgesessen.
Einordnung
Die sinkenden Ölpreise sind eine direkte Reaktion auf die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran. Die Diskussionen könnten die Marktsituation kurzfristig stabilisieren, aber anhaltende geopolitische Spannungen und Unsicherheiten über die Kontrolldynamik in der Region dürften die Ölversorgung weiterhin beeinträchtigen.


