Österreichs Wirtschaft verzeichnet im dritten Quartal 2025 ein Wachstum von 0,4 Prozent, der stärkste Zuwachs in diesem Jahr. Trotz dieser positiven Entwicklung warnt das WIFO vor übermäßigem Optimismus, da die Nachfrage weiter zurückhaltend bleibt. Darüber berichtet Welt Stimme.
Wie heute von Statistik Austria bekannt gegeben wurde, stieg das saison- und kalenderbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Plus von 0,9 Prozent. Dennoch erklärte Manuela Lenk, Generaldirektorin von Statistik Austria, dass von einem stabilen Aufschwung nicht die Rede sein könne.
Die aktuellen Ergebnisse übertreffen die vorläufige Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, das Ende Oktober lediglich ein Wachstum von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal erwartet hatte. Auch im Jahresvergleich war die WIFO-Prognose mit 0,6 Prozent weniger Zuwachs pessimistischer.
Starkes Wachstum im Wohnungswesen
Der Wachstumsmotor bleibt die heimische Industrie, die einschließlich Bergbau sowie Energie- und Wasserversorgung um 0,4 Prozent zulegte. Besonders hervorzuheben ist das Wohnungswesen, das um 1,8 Prozent wuchs. Auch öffentliche Verwaltung sowie Bildungs- und Gesundheitswesen wiesen eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent auf.
Im Gegensatz dazu verzeichnete der Sektor Beherbergung und Gastronomie einen signifikanten Rückgang von 0,9 Prozent. Der Bausektor setzte seinen abwärtstrend fort mit einem Minus von 0,5 Prozent.
Während die Konsumausgaben der öffentlichen Hand um 0,7 Prozent anstiegen, gaben private Haushalte um 0,3 Prozent weniger aus, was zu einer Stagnation des Konsums führte. Ein Lageraufbau hatte hingegen eine positive Auswirkung auf das BIP, während der Außenhandel belastend wirkte.
WIFO warnt vor übertriebenem Optimismus
Trotz der positiven Entwicklung des BIP mahnt das WIFO zur Vorsicht. Konjunkturforscher Marcus Scheiblecker äußerte sich skeptisch und betonte, dass ohne eine spürbare Nachfrage kein nachhaltiger Aufschwung zu erwarten sei. Der private Konsum „schleiche dahin“, während Export und Bau „rückläufig“ seien. Positiv sei jedoch, dass es der Industrie „langsam besser“ gehe.


