Österreichs Wirtschaft wächst bescheiden, Inflation erreicht 3,2 Prozent laut OeNB-Prognose

Juni 12, 2026 23:19
Österreichs Wirtschaft wächst bescheiden, Inflation erreicht 3,2 Prozent laut OeNB-Prognose

OeNB rechnet mit höherer Inflation in Österreich

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wirtschaftsprognose aktualisiert und erwartet aufgrund des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten eine steigende Inflation in Österreich. Für 2026 wird eine Teuerungsrate von 3,2 Prozent prognostiziert.

Die OeNB rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent für 2026, was einer leichten Anhebung im Vergleich zur vorherigen Schätzung von 0,5 Prozent im März entspricht. Für die Jahre 2027 und 2028 werden ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,1 beziehungsweise 1,2 Prozent prognostiziert. Zudem wird die Inflation für das laufende Jahr auf 3,2 Prozent geschätzt, mit einer Rückkehr auf 2,1 Prozent erst im Jahr 2028.

OeNB-Gouverneur Martin Kocher erläuterte, dass der Krieg im Nahen und Mittleren Osten die wirtschaftliche Entwicklung belastet. Steigende Energie- und Rohstoffpreise verringern die Kaufkraft der Haushalte und bremsen das Wirtschaftswachstum. Zudem schüren Ungewissheiten Bedenken bezüglich der Investitionsneigung.

Die OeNB sieht auch bei den Staatsfinanzen Herausforderungen voraus. Trotz geplanter Sparmaßnahmen wird das Defizit voraussichtlich bis 2028 nur auf 3,8 Prozent des BIP sinken, während die EU-Grenze bei 3,0 Prozent liegt. OeNB-Chefvolkswirt Wolf Heinrich Reuter betont, dass weitere Reformen notwendig seien, da die bestehenden Konsolidierungsmaßnahmen nicht ausreichen werden.

Die zukünftige Entwicklung der Energiepreise bleibt laut OeNB besonders ungewiss. In einem ungünstigen Szenario könnte die Inflation im Jahr 2027 wieder über fünf Prozent ansteigen, was das Wirtschaftswachstum nahezu zum Erliegen bringen würde.

Einordnung

Die Anpassung der Prognosen signalisiert eine verschärfte wirtschaftliche Lage in Österreich, mit negativen Auswirkungen auf die Haushalte und das Wirtschaftswachstum. Die Unsicherheiten im internationalen Umfeld und die anhaltend hohen Energiepreise verstärken den Handlungsbedarf auf politischer Ebene.

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