Der Fachkräftemangel in der Pflege zwingt Spitäler zum Umdenken. Das Ordensklinikum Linz setzt daher auf gezieltes Recruiting im Ausland – begleitet von einem eigens entwickelten Sprach- und Integrationsprogramm. Aktuell arbeiten bereits 50 Pflegekräfte aus Tunesien und Kolumbien am Haus, 2026 sollen erste Mitarbeiter aus Südafrika folgen. Darüber berichtet Welt Stimme.
LINZ. „Für die Gesundheitsversorgung in unserem Bundesland brauchen wir Pflegekräfte, die fachlich kompetent und empathisch sind“, sagt Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) bei ihrem Besuch im Linzer Ordensklinikum. Die internationale Rekrutierung sei „eine wichtige Ergänzung – die Basis bleibt aber unsere starke eigene Ausbildung“.
Sprachausbildung im Heimatland
Die Bewerber absolvieren vor der Einreise eine eineinhaljährige Sprachausbildung. Nach Ankunft in Linz folgt ein zehnwöchiges Intensivprogramm mit Deutschkursen, Praxiseinheiten und begleiteter Arbeit auf den Stationen. Vermittelt werden sowohl pflegebezogene Fachbegriffe als auch österreichische Gepflogenheiten.
„Es lohnt sich“
„Uns war wichtig, nicht nur Unterlagen online zu prüfen. Wir wollten die Menschen vor Ort kennenlernen“, betonen die Pflegedirektorinnen Elisabeth Märzinger und Georgine Gattermayr. Das Klinikum unterstützt die neuen Mitarbeiter auch im Alltag – von Behördengängen bis zur Familienzusammenführung. „Das Programm ist ressourcenintensiv, aber es lohnt sich“, sagt Hans-Georg Hausmann, Leiter der interkulturellen Integration. „Die Teams profitieren, weil die Kollegen schneller ankommen – fachlich wie menschlich.“


