Am BG/BRG Freistadt unterrichten rund 65 Lehrkräfte – zehn erst seit September. Ein Teil davon sind Quereinsteigerinnen und -einsteiger. Dazu gehört auch Johanna Breuer aus Schenkenfelden.
FREISTADT. Die 38-jährige Mutter von zwei Jugendlichen unterrichtet die Gegenstände »Digitale Grundbildung« sowie »Informatik«. In diesen Fächern lernen die Schülerinnen und Schüler das korrekte Verfassen von E-Mails, das Verwenden von Office-Programmen und den kompetenten Umgang mit einem Internetbrowser. „All diese Kompetenzen werden heute von unseren Kindern erwartet“, erklärt Breuer. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Oft fehlt Grundlegendes“
„In der fünften Schulstufe werden die Kinder mit Laptops ausgestattet – ein Smartphone bekommen die meisten heute zum zehnten Geburtstag“, sagt Breuer. „Dann sieht man: Mit dem Handy können alle umgehen, aber am Computer fehlt oft Grundlegendes. Ein Videospiel zu beherrschen ist einfach nicht dasselbe, wie einen Rechner als Arbeitsgerät zu benutzen.“
15 Jahre bei Voestalpine
Vor ihrem Start am BG/BRG Freistadt arbeitete Breuer rund 15 Jahre bei der Voestalpine Stahl GmbH. Dort war sie hauptsächlich für die interne Firmenkommunikation zuständig. „Dann dachte ich mir: Ich hab’ hier alles gesehen und gelernt, was mich interessiert“, erinnert sich Breuer. „Plötzlich wollte ich einen Job, wo nicht Wirtschaft und Marketing, sondern Menschen im Zentrum stehen – da stand »Lehrerin« an erster Stelle. Mit meiner Entscheidung bin ich zufrieden. Der Anfang war natürlich hart, aber man lernt mit jeder Stunde dazu.“
„Quereinsteigerinnen und -einsteiger sind eine totale Bereicherung für das BG/BRG Freistadt“, freut sich Direktorin Sandra Wiederkehr. „Vor allem die Lehrkräfte, die aus der Wirtschaft kommen, nehmen viel Erfahrung und Know-how mit.“
Fairplay lernen ist wichtig
Auch Andreas Hohenauer aus Bad Leonfelden unterrichtet seit September am BG/BRG Freistadt – das Fach »Bewegung und Sport«. Dabei fordert der 30-Jährige die Schülerinnen und Schüler mit einer gesunden Mischung aus Spielen und anspruchsvollen Übungen. „Bei den Spielen lernen die Kinder auch Fairplay – das darf man nicht unterschätzen“, erklärt Hohenauer.
„Basis im jungen Alter legen“
„Ein junger Mensch sollte über gewisse motorische Fertigkeiten verfügen. Die Basis dafür wird schon im kleinen Alter gelegt“, sagt Hohenauer. „In der fünften Schulstufe gibt’s für jede Klasse vier Sporteinheiten pro Woche. In dieser Zeit ist es noch einfacher, Kinder für den Sport zu begeistern, die eigentlich nicht in diese Richtung neigen würden. Später wird das schwieriger: Zum einen sind Jugendliche in der Pubertät nicht so beeinflussbar. Zum anderen verringert sich die Zahl der wöchentlichen Sporteinheiten: In der neunten Schulstufe gibt es etwa nur mehr zwei davon.“
Sportliche Karriere
Beruflich ist Hohenauer schon immer im Sportsektor unterwegs: Von 2023 bis 2024 war er Sponsoring- und Eventmanager bei Hervis Sports – von 2021 bis 2022 Koordinator für Geschäftsabläufe im Red Bull Athlete Performance Center in Salzburg. Von 2020 bis 2023 betätigte sich Hohenauer selbstständig als Tennis- und Athletiktrainer. Der gebürtige Innviertler ist staatlich geprüfter Skilehrer und Ausbildner beim Oberösterreichischen Skilehrerverband.


