Die Schließung des Development Centers von Sandoz in Kundl steht bevor. Dieses ist auf die Entwicklung generischer Arzneimittel ausgerichtet, rund 100 Mitarbeitende sind dort beschäftigt.
KUNDL. Die Ankündigung kam überraschend: Am Dienstag, den 10. März, erfuhr die Belegschaft, dass Sandoz bis zu 190 Stellen abbauen wird. Wer genau betroffen sein wird, bleibt bislang unklar. Die Mitarbeitenden müssen daher auf weitere Informationen warten. Diese Entscheidung überrascht insbesondere, da Sandoz in den vergangenen Jahren Millionen in den Standort investiert hat – allein im Februar 2025 flossen zwölf Millionen Euro in die nachhaltige Produktion eines neuen Antibiotikawirkstoffs.
Schließung des Development Centers geplant
Das Unternehmen beabsichtigt die Schließung des Development Centers in Kundl, welches derzeit eine Vielzahl von Arzneimitteln entwickelt und nicht nur auf Antibiotika spezialisiert ist. Die Stellen sollen Berichten zufolge nach Indien und Slowenien verlagert werden. Auf Anfrage erklärt Sandoz den Schritt mit der Notwendigkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben: „Sandoz beobachtet und analysiert kontinuierlich die Branchenlandschaft, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Organisation zukunftsorientiert aufzustellen“.
Konsultationsprozess läuft
Derzeit befindet sich das Unternehmen im Konsultationsprozess mit dem lokalen Betriebsrat. Sandoz betont jedoch, dass man weiterhin eine bedeutende und gut etablierte Präsenz in Österreich wahren werde – einschließlich kommerzieller Aktivitäten, Produktion und regulatorischer Funktionen. „Die geplanten Veränderungen betreffen ausschließlich die Entwicklungsorganisation und nicht den Antibiotika-Produktionsstandort in Kundl“, so das Unternehmen. In diesen Bereich hat Sandoz alleine in den letzten zwei Jahren 200 Millionen Euro investiert. Auch die kommerzielle Organisation in Wien, die für die Versorgung österreichischer Patientinnen und Patienten zuständig ist, bleibt unberührt. Sandoz beschäftigt in Österreich rund 2.700 Mitarbeitende, Kundl soll das strategische Zentrum für Penicilline bleiben.
Darüber berichtet Welt Stimme.


