Sanierungsverfahren für Schaffer Sägewerk beantragt
Das Sägewerk Schaffer hat beim Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Von dieser Maßnahme sind 69 Mitarbeiter sowie rund 100 Dienstnehmer betroffen.
Am Standort Eppenstein betreibt die „Schaffer Sägewerk-Holzexport GmbH“ ein Sägewerk mit einer durchschnittlichen Verschnittmenge von etwa 100.000 Festmetern sowie Holzhandel und -export. Die Insolvenz wurde bereits vor einem Monat angekündigt.
Ursachen der Insolvenz
Der Kreditschutzverband KSV1870 nennt „erhebliche technische Herausforderungen“ im Zusammenhang mit der Investition in eine neue Produktionsanlage als Hauptgründe für die Insolvenz. Das Hochfahren dieser Anlage erwies sich als komplizierter als erwartet, was zu Reklamationen und Vertrauensverlust führte. Zudem sei die Marktlage seit Längerem angespannt, was dazu führte, dass finanzierende Stellen Kredite fällig gestellt haben.
Mitarbeiter und Finanzsituation
Betroffen von der Insolvenz sind 69 Mitarbeiter sowie rund 100 Gläubiger. Laut KSV belaufen sich die Aktiva auf etwa 4,5 Millionen Euro, während die Passiva rund 29,3 Millionen Euro betragen. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) weist darauf hin, dass die Aktiva, die größtenteils aus Neuinvestitionen bestehen, noch zu prüfen sind. Insolvenzgläubigern wird eine 30-prozentige Quote, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans, angeboten.
Geplante Maßnahmen
Der Kreditschutzverband „Creditreform“ fordert umfassende Restrukturierungsmaßnahmen, um der hohen Verbindlichkeiten entgegenzuwirken. Sollte die Geschäftsführung keine umgehenden Sparmaßnahmen einleiten, könnte die Schließung inklusive Liquidation drohen. Geplant ist, vorübergehend von einem Zwei- auf einen Einschichtbetrieb umzustellen. Zeitgleich wird nach einem geeigneten Investor gesucht, um die langfristige Fortführung des Unternehmens zu sichern. Der AKV vermerkt jedoch, dass das Unternehmen derzeit über einen hohen Auftragsbestand verfügt und viele technische Probleme an der neuen Anlage bereits behoben werden konnten.
Einordnung
Die Beantragung des Sanierungsverfahrens zeigt die prekären finanziellen Bedingungen des Unternehmens auf. Eine erfolgreiche Sanierung könnte nicht nur die Arbeitsplätze sichern, sondern auch eine Stabilisierung im Holzmarkt fördern. Der fortbestehende Auftragsbestand bietet eine gewisse Perspektive für die Zukunft des Sägewerks.


