Aus EITEK wird KAITEC: Kapsch übernimmt insolventen Industriebetrieb
EBERGASSING. Am 17. August wurde im Insolvenzverfahren der EITEK GmbH bekannt gegeben, dass sich die Unternehmerfamilie Kapsch um Kari Kapsch als neuer Investor durchgesetzt hat.
Kapsch wird Teile der insolventen Firma erwerben. Ein Übernahmevertrag über die Vermögenswerte wurde unterzeichnet und sowohl vom Gläubigerausschuss als auch vom Insolvenzgericht genehmigt.
Neuer Name, neue Struktur
Der Betrieb wird unter dem neuen Namen KAITEC (Kapsch Automotive and Interior Technologies) fortgeführt. Der bisherige Betriebsleiter Stefan Kunz wird zusammen mit Kari Kapsch die Geschäftsführung übernehmen. Die K&K Stiftung der Familie wird die Finanzierung der Transaktion bereitstellen.
Kari Kapsch betont die industrielle Kompetenz des Unternehmens: „Dahinter stehen über viele Jahrzehnte gewachsenes Know-how, hohe technologische Kompetenz und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein exzellentes, krisenerprobtes Management.“
170 Jahre Tradition
Der Standort Ebergassing verfügt über eine mehr als 170-jährige Industriegeschichte. Ursprünglich 1850 als Teppichweberei gegründet, hat sich das Unternehmen zu einem Spezialisten für textile Fahrzeuginnenausstattung entwickelt und bedient namhafte Automobilhersteller wie Audi, VW und BMW.
Die vergangenen Jahre waren von Schwierigkeiten und Eigentümerwechseln geprägt, zuletzt scheiterte im April ein Sanierungsplan.
Perspektiven für die Zukunft
Die neue Geschäftsführung plant, auf den bestehenden industriellen Stärken aufzubauen und das Geschäft weiterzuentwickeln. Zudem sollen neue Kunden gewonnen und bestehende Kompetenzen für weitere Marktsegmente genutzt werden.
Kari Kapsch erklärt: „Unser Anspruch ist es, dem Standort eine langfristig tragfähige Zukunftsperspektive zu geben.“ Bis zum Closing Ende Oktober sind noch zahlreiche Schritte notwendig, um die Pläne umzusetzen.
Franz Semmernegg, Vorstand der K&K Stiftung, hebt die Bedeutung des Investments hervor: „In Zeiten der industriellen Abwanderung ist es ein wichtiges Signal, wirtschaftliche und technologische Kompetenzen in Österreich zu halten.“
Unterstützung der Landesregierung
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner äußert ihre Unterstützung für die Entwicklung: „Mein Dank gilt Dr. Kari Kapsch für die Bereitschaft, hier unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und die Weiterentwicklung des Betriebs voranzutreiben.“
Einordnung
Die Umbenennung von EITEK in KAITEC und die Investition durch Kapsch markieren einen Neuanfang für das Unternehmen. Dies könnte positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft haben und ein Zeichen für den Erhalt industrieller Kompetenzen in Österreich setzen.


