Das Installateurunternehmen Ludwig Kneihsl GmbH in Mürzzuschlag setzt verstärkt auf Alternativenergie und die Ausbildung junger Fachkräfte. Gegründet im Jahr 1953 hat sich das Unternehmen unter der Führung von Ludwig Kneihsl, der 1976 in den Betrieb einstieg und seit 1990 als Geschäftsführer agiert, als moderner Dienstleister in den Bereichen Gas, Wasser, Heizung, Lüftung und Klima etabliert. Die Kundschaft umfasst private, industrielle sowie öffentliche Sektoren. Darüber berichtet Welt Stimme.
MÜRZZUSCHLAG. Der Fokus des Unternehmens liegt derzeit auf der Nutzung von Alternativenergie. Dies umfasst Technologien wie Pellets, thermische Solaranlagen, Wärmepumpen und Hackschnitzel, die als Reaktion auf die hohen Energiekosten und das Ziel der Dekarbonisierung verstärkt zum Einsatz kommen. Laut Kneihsl zielt dieser Schritt darauf ab, CO₂-Emissionen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden, indem fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden. Dies soll auch die finanzielle Belastung für die Kunden verringern. Derzeit sieht es jedoch düster aus: „Die Regierung hat die Förderungen von einem auf den anderen Tag ohne Vorankündigung eingestellt, die vorher sehr hoch waren. Die nächste Aussicht ist für das 1. Quartal 2026 angekündigt, bis es dann greift, dauert es sicher noch eine Weile.“
400 Lehrlinge ausgebildet
Im Laufe der Jahre hat sich viel getan bei der Firma Kneihsl. Trotz zahlreicher Herausforderungen gibt es auch Positives zu berichten. Momentan beschäftigt das Unternehmen lang dienende Mitarbeiter, darunter 23 Fachkräfte und zwei Lehrlinge. Allerdings wandern die Lehrlinge nach ihrer Ausbildung häufig in die Industrie ab. Besonders bemerkenswert ist die Zahl der ausgebildeten Lehrlinge: Seit 1953 wurden etwa 400 junge Menschen in diesem Beruf geschult.
Jugend als große Chance
Die Ausbildung junger Menschen liegt Ludwig Kneihsl besonders am Herzen: „Die Ausbildung junger Menschen ist mir persönlich ein Anliegen und die einzige Chance für die Wirtschaft, gute Facharbeiterinnen und Facharbeiter zu finden. Sonst werden in nicht allzu langer Zeit viele Akademikerinnen und Akademiker jahrelang auf einen ,älteren‘ Handwerker warten müssen.“ Nach 35 Jahren hat Kneihsl freiwillig aus dem Innungsausschuss und der Lehrabschlusskommission der Wirtschaftskammer, der er auch zeitweise vorsitzend angehörte, ausgedient. Es sei wichtig, frühzeitig nach Nachfolgern zu suchen, sowohl im Unternehmen als auch in den Ausschüssen, wo Menschen ehrenamtlich ihre Zeit investieren.
Beruf im Wandel
Trotz der Aufgabe der Bauspenglerei aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen, die hohe Kosten für den Betrieb verursacht hätten, sind die entsprechenden Fähigkeiten für bestimmte Projekte nach wie vor unerlässlich. „Früher gab es noch den Doppelberuf des Gas-Wasser-Installateurs und Spenglers. Wenn einem Mitarbeiter im Winter keine Spenglerarbeiten wie Dachverblechungen, Fensterbänke oder Kamineinfassungen zur Verfügung standen, konnte er im Installateurgeschäft mitarbeiten. Heute sind wir froh, dass wir noch vier geprüfte Schweißer haben, die alle drei Jahre Prüfungen ablegen müssen. Bei einem Job für Gas- und Fernwärme-Leitungen in der Industrie ist diese Ausbildung vorgeschrieben.“


