Waldviertler Immobilienmarkt stabilisiert sich im ersten Halbjahr 2026
Im ersten Halbjahr 2026 ist der Immobilienmarkt im Waldviertel stabiler als in den Vorjahren. Trotz einer positiven Wanderungsbilanz im Bezirk Waidhofen/Thaya kann die rückläufige Geburtenzahl nicht vollständig kompensiert werden.
Wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Zinsen und eine schwache Konjunktur könnten diese Entwicklungen jedoch bremsen. Die Nachfrage nach dem Waldviertel als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort bleibt jedoch stark. Gemeinden, Immobilienexperten und regionale Partner sind gefordert, den verfügbaren Wohnraum mit interessierten Käufern zusammenzubringen.
Im Jahr 2025 wurden im Waldviertel 1.855 Immobilien im Gesamtwert von 196 Millionen Euro verkauft, was einen Anstieg im Vergleich zu 2024 darstellt, jedoch hinter dem Verkaufsergebnis in den Boom-Jahren 2021 und 2022 zurückbleibt. Im ersten Halbjahr 2026 blieb die Anzahl der Verkäufe mit 642 im Vergleich zu 650 im Vorjahr stabil.
„Der Immobilienmarkt im Waldviertel zeigt sich insgesamt wieder freundlicher, doch eine erneut steigende Nachfrage trifft auf ein stagnierendes Angebot, insbesondere bei neu errichteten Objekten“, erklärte Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien in NÖ/Wien/Burgenland. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen auf etwa 2.300 Euro pro Quadratmeter, während Grundstückspreise von durchschnittlich 20 auf 26 Euro pro Quadratmeter erhöht wurden.
Die positive Wanderungsbilanz ist laut Statistik Austria ebenfalls bemerkenswert. Im Jahr 2025 zogen 5.285 Menschen in das Waldviertel, darunter 1.269 aus Wien. Trotz dieses Zuzugs verzeichnete die Region jedoch einen Geburtenüberschuss von 1.052, da 2.571 Sterbefälle 1.519 Geburten gegenüberstanden. Um den Bevölkerungsrückgang vollständig auszugleichen, ist weiteres Zuzug sowie ein höheres Immobilienangebot nötig.
Einordnung
Die Stabilisierung des Immobilienmarktes im Waldviertel zeigt die anhaltende Wohnraumnachfrage und den Willen von Zuzüglern, in der Region zu leben. Die Entwicklungen verdeutlichen die Notwendigkeit, ungenutzte Immobilien und Baulücken zu aktivieren, um eine nachhaltige Senkung des Immobilienmangels zu erreichen.

