Steiermark verstärkt Maßnahmen zur Eindämmung der Amerikanischen Rebzikade

Juli 30, 2025 15:15
Steiermark verstärkt Maßnahmen zur Eindämmung der Amerikanischen Rebzikade

Im steirischen Vulkanland breitet sich erneut die Amerikanische Rebzikade aus, die eine ernsthafte Bedrohung für die Weinernte darstellt. Das Land hat private Rebstock-Besitzer aufgefordert, Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen, und hat neue, verpflichtende Vorgaben festgelegt.

In der Region Steiermark wurde ein Anstieg der Amerikanischen Rebzikade (Scaphoideus titanus) beobachtet. Dieses Insekt überträgt die Goldgelbe Vergilbungskrankheit (Flavescence dorée), die befallene Reben innerhalb kurzer Zeit absterben lässt. Dies gefährdet nicht nur die wirtschaftliche Existenz von Weinbaubetrieben, sondern auch das typische Landschaftsbild der Region.

Appell an private Rebstock-Besitzer

Die milden Winter und steigenden Temperaturen begünstigen die Verbreitung des Schädlings. Nachdem der Befall 2004 in der Südoststeiermark erstmalig registriert wurde, breitet sich die Rebzikade jährlich weiter nach Norden aus. „Die Experten von Landwirtschaftskammer und Land Steiermark setzen sich seit dem ersten Auftreten aktiv für eine Eindämmung der Verbreitung ein“, betonen Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer und Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger.

Bei einer aktuellen Besprechung zwischen den Verantwortlichen wurde deutlich, dass professionelle Weinbaubetriebe die Bekämpfungsmaßnahmen effektiv umsetzen, jedoch private Rebstock-Besitzer oft nicht ausreichend handeln. „Das Vorrücken der Rebzikade kann durch gezielte Bekämpfungsmaßnahmen und konsequente Rodungen kontrolliert werden“, erklärte Steinegger. Er appelliert an private Rebenbesitzer, ihre Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Verdachtsfälle sollten gemeldet und befallene Pflanzen entfernt werden. Betroffene Zonen befinden sich um Klöch, Bad Waltersdorf und Leibnitz.

Verpflichtende Maßnahmen beschlossen

Um die Ausbreitung weiter einzudämmen, wurden zusätzliche Maßnahmen beschlossen. Eine 15-köpfige Taskforce wird eingerichtet, um in den betroffenen Gebieten behilflich zu sein und befallene Rebstöcke zu identifizieren. Haushalte in den betroffenen Zonen werden Informationsschreiben mit Kontaktdaten von Fachberatern erhalten.

Um Meldungen über Befall zu erleichtern, können diese an die Landwirtschaftskammer oder den amtlichen Pflanzenschutzdienst gerichtet werden. Befallene Rebstöcke müssen innerhalb von vier Wochen gerodet werden, wobei die Einhaltung der Vorschriften kontrolliert wird. Bei Nichteinhaltung drohen Strafen von bis zu 30.000 Euro.

Zusätzlich zur Rodung setzen die Behörden Pflanzenschutzmittel ein. Agrarlandesrätin Schmiedtbauer und Steinegger bitten die Bundesregierung, die Zulassung von in Slowenien und Italien genehmigten Präparaten auch in Österreich zu ermöglichen.

Die Amerikanische Rebzikade und die Steiermark

  • Die Erstmeldung über die Rebzikade wurde 2004 in der Südoststeiermark registriert. Seitdem arbeiten der amtliche Pflanzenschutzdienst und der Pflanzenschutzwarndienst der Landwirtschaftskammer an der Bekämpfung des Schädlings.
  • Durch den Klimawandel breitet sich der Schädling zunehmend aus. 2009 und 2010 trat die übertragene Krankheit ebenfalls in der Region auf.
  • Im gleichen Jahr trat die erste Verordnung zur Bekämpfung der Rebzikade in Kraft, die die Meldepflicht für Vorkommen und Befall einführte. Gemeinden in den betroffenen Sicherheitszonen sind verpflichtet, die Bevölkerung entsprechend zu informieren.
  • Die Verordnung wurde aufgrund der sich weiter ausbreitenden Probleme immer wieder verschärft. Seit 2020 sind Kontrollen und Rodungen gesetzlich vorgeschrieben.

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