Steirischer Weintourismus: 466 Millionen Euro Wertschöpfung und fast 8.000 Arbeitsplätze

Oktober 19, 2025 07:12
Steirischer Weintourismus: 466 Millionen Euro Wertschöpfung und fast 8.000 Arbeitsplätze

Weinwirtschaft in der Steiermark als bedeutender Wirtschaftsfaktor: Studie zeigt jährliche Wertschöpfung von 466 Millionen Euro und fast 8.000 gesicherte Arbeitsplätze. Darüber berichtet Welt Stimme.

STEIERMARK. Eine neue Wertschöpfungsstudie, die von der Economica GmbH im Auftrag der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) durchgeführt wurde, hebt hervor, dass die steirische Weinwirtschaft nicht nur ein Genussmittel ist, sondern auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Jährlich erwirtschaftet der Sektor etwa 466 Millionen Euro und sichert rund 7.899 Arbeitsplätze in der Region, was etwa 1,1 Prozent der regionalen Beschäftigung entspricht.

Die Studie zeigt, dass der Weinbau in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen ist und die Weinwirtschaft zu einer wesentlichen wirtschaftlichen Kraft des Bundeslandes beiträgt. Die Fläche für den Weinbau hat von 1999 bis 2023 von 3.283 auf 5.114 Hektar zugenommen. Dies bestätigt die positive Entwicklung des steirischen Weinbaus.

Wachstum durch Weintourismus

Im Gegensatz zu anderen Weinregionen wie Niederösterreich und Burgenland, wo die Weinproduktion selbst stark zum Wirtschaftswachstum beiträgt, hat der Weintourismus in der Steiermark eine übergeordnete Rolle. Laut der Studie geben Touristen, die weinbezogene Aktivitäten wie Kellerführungen oder Verkostungen unternehmen, täglich im Durchschnitt 18 Prozent mehr aus als andere Urlauber.

ÖWM-Geschäftsführer Chris Yorke hebt hervor, dass rund um die Weinwirtschaft ein „ganzes Wirtschaftsökosystem“ existiert, das vom Winzerbetrieb über den Tourismus bis hin zu Handel und Kulinarik reicht. Insbesondere in der Steiermark sei dieser wirtschaftliche Effekt klar erkennbar.

Wertschöpfung durch verwandte Bereiche

Zusätzlich belegt die Untersuchung, dass auch nachgelagerte Bereiche wie Forschung und die Herstellung weinbezogener Produkte von Bedeutung sind. Diese Bereiche erzielten eine Bruttowertschöpfung von etwa 18,4 Millionen Euro. Martin Palz, Geschäftsführer des Weinbauverbands, betont die kontinuierliche positive Entwicklung der Branche.

Politische Unterstützung gefordert

Trotz der erfreulichen Ergebnisse sehen die Branchenvertreter Handlungsbedarf. Um die Rolle der Weinwirtschaft als Wirtschaftsmotor und Arbeitgeber auch in Zukunft zu sichern, ist laut ÖWM eine stärkere politische Unterstützung notwendig. Dies könnte durch gezielte Maßnahmen geschehen, die Investitionen in Qualität und Wettbewerbsfähigkeit fördern.

Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, warnt davor, dass die Weinbaubetriebe unter schwerem Druck stehen durch hohe Produktionskosten, sinkenden Weinkonsum und übermäßige Bürokratie. Er fordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Weinwirtschaft und äußert den Wunsch nach finanzieller Unterstützung von Bundesseite.

Österreichweite Kennzahlen zur Weinwirtschaft (2023)

  • Die österreichische Weinwirtschaft sicherte im Jahr 2023 mehr als 68.000 Arbeitsplätze.
  • Die gesamte Bruttowertschöpfung betrug 3,8 Milliarden Euro – das entspricht 0,9 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung.
  • Rund 1,2 Milliarden Euro flossen über Steuern und Abgaben in die öffentlichen Kassen.
  • Die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe profitieren besonders: Sie erwirtschaften knapp 1,5 Milliarden Euro oder rund 39 Prozent der gesamten Wertschöpfung, die durch den Wein in Österreich entsteht.
  • Die Landwirtschaft folgt mit 390 Millionen Euro auf Platz zwei, gefolgt vom Großhandel mit 353 Millionen Euro.
  • Österreichweit nahmen 5 Prozent der Urlaubsgäste im Jahr 2023 weinbezogene Aktivitäten wahr und gaben dabei um rund 18 Prozent mehr pro Tag aus als andere Gäste.

Quelle: ÖWM-Wertschöpfungsstudie

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