Regionale Lebensmittel bieten im Bezirk Landeck großes Potenzial zur Stärkung der Wertschöpfung in der Tiroler Landwirtschaft und zur Profilierung des touristischen Angebots.
LANDECK. Eine umfassende Projektstudie der Universität Landeck, durchgeführt in Kooperation mit der Bezirkslandwirtschaftskammer und der Wirtschaftskammer Landeck, analysierte intensiv die Nutzung regionaler Lebensmittel in der Tourismusbranche. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Fragen, wie regionale Produkte derzeit in Gastronomie und Hotels eingesetzt werden, welche Entwicklungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft und den Tourismus sich ergeben und welche Rahmenbedingungen eine intensivere Zusammenarbeit fördern können. Darüber berichtet Welt Stimme.
Nachfrage
Die Untersuchungsergebnisse zeigen deutlich, dass regionale Lebensmittel von Gästen geschätzt und gezielt nachgefragt werden. Die Regionalität gilt als wichtiges Qualitätsmerkmal, welches die Identifikation mit der Region stärkt. Einige Hotel- und Gastronomiebetriebe setzen bereits heute auf einen hohen Anteil regionaler Produkte, insbesondere in ihren Frühstücksangeboten. Dennoch verdeutlicht die Studie, dass das vorhandene Potenzial bislang nicht vollständig ausgeschöpft wird.
Strukturelle Herausforderungen
Haupthemmnisse für eine intensivere regionale Zusammenarbeit sind der hohe organisatorische Aufwand, die begrenzte Verfügbarkeit von Mengen und die Saisonalität. Viele landwirtschaftliche Betriebe im Bezirk Landeck sind klein strukturiert oder werden als Nebenerwerb geführt. Unterschiedliche Erwartungen in Bezug auf Liefermengen, Regelmäßigkeit und Verarbeitung stellen praktische Herausforderungen dar. Während landwirtschaftliche Betriebe häufig ganze Tiere oder größere Mengen vermarkten möchten, mangelt es in der Gastronomie zunehmend an qualifizierten Fachkräften für die Weiterverarbeitung. Diese strukturellen Unterschiede erfordern neue Lösungsansätze und eine verbesserte Koordination entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Ein positives Beispiel für eine funktionierende Schnittstelle ist der regionale Großhändler „Der Grissemann“. Durch die Bündelung regionaler Produkte und eine professionelle Logistik erhalten landwirtschaftliche Betriebe die Möglichkeit, ihre Erzeugnisse auch an größere Hotel- und Gastronomiebetriebe zu liefern. Gleichzeitig profitieren die Abnehmer von Planungssicherheit und einer verlässlichen Versorgung.
Die Projektstudie verdeutlicht, dass im Bezirk Landeck ein erhebliches Potenzial für den stärkeren Einsatz regionaler Lebensmittel besteht. Für die Landwirtschaft ergeben sich dadurch zusätzliche Absatzmöglichkeiten und neue Chancen zur Wertschöpfung. Notwendig sind jedoch funktionierende Kooperationen, klare Kommunikationsstrukturen sowie professionelle Vermarktungs- und Logistiklösungen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Wirtschaft und Bildung erweist sich als zentraler Erfolgsfaktor. Insgesamt zeigt sich eine deutliche Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln, die sowohl der Landwirtschaft als auch dem Tourismus nachhaltige Perspektiven eröffnet.


