Tiroler Jugend äußert klare Erwartungen an Arbeitgeber in Tourismusbranche

September 24, 2026 07:54
Tiroler Jugend äußert klare Erwartungen an Arbeitgeber in Tourismusbranche

Junge Menschen und der Tourismus der Zukunft

Die diesjährigen Tourismus Topics Tirol auf der FAFGA beschäftigten sich mit Fragen zur zukünftigen Arbeitsweise junger Menschen im Tourismus, ihren Erwartungen an Arbeitgeber und dem Einsatz künstlicher Intelligenz zur Verbesserung des Arbeitsalltags in der Hotellerie und Gastronomie.

Alois Rainer, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK Tirol, betonte die direkte Verbindung zwischen den Erwartungen der jungen Generation und dem Einsatz neuer Technologien. „Die junge Generation wird oft unterschätzt. Es gibt viele junge Menschen, die für unsere Branche brennen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Feuer zu entfachen und ihnen die richtigen Rahmenbedingungen zu bieten“, erklärte Rainer.

Heinz Herczeg, Autor der Tiroler Jugendstudie, erläuterte die Erwartungen der Jugendlichen an Beruf und Arbeitgeber. Respekt, Wertschätzung, Ehrlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Verlässlichkeit sind zentrale Werte. Zudem wünschen sich junge Menschen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, Verantwortungsübernahme und einen Sinn in ihrer Arbeit.

Für Rainer sieht die Branche große Chancen im Tourismus, insbesondere für kleinere und familiengeführte Betriebe, die persönliche Rückmeldung und Nähe bieten können. Es gehe darum, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die die Stärken junger Menschen fördern, anstatt sie in bestehende Strukturen zu pressen.

Einsatz von künstlicher Intelligenz

Ein weiterer Diskussionspunkt war der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Tourismussektor. Der Rückblick auf den KI-Buildathon verdeutlichte, wie neue Technologien die Branche unterstützen können. Mehr als 80 Teilnehmer entwickelten in 25 Teams in kurzer Zeit Prototypen für Anwendungen in den Bereichen Wissen, Mitarbeiterintegration, Sichtbarkeit und betriebliche Abläufe.

„KI muss uns dort unterstützen, wo sie Abläufe vereinfacht und Zeit spart. Wenn Routinetätigkeiten im Hintergrund übernommen werden können, entstehen Freiräume für das, was unseren Tourismus ausmacht: Gastgeber zu sein, für Gäste da zu sein und Zeit für die eigenen Mitarbeiter zu haben“

Die Technologie kann insbesondere während arbeitsintensiver Spitzenzeiten helfen, Unternehmer und deren Teams von administrativen Aufgaben zu entlasten. Rainer betonte, dass der konkrete Nutzen für den Betrieb im Vordergrund stehen müsse.

Menschlichkeit im Fokus

Laut Rainer driftet die zukünftige Arbeitswelt nicht von der Menschlichkeit weg, sondern verstärkt deren Bedeutung. Je mehr Routineangepasste und automatisierte Aufgaben vorhanden sind, desto größer ist der Bedarf an Qualitäten, die technisch nicht ersetzt werden können. „Menschlichkeit und Empathie lassen sich nicht wegrationalisieren. Gute Laune, persönliche Wertschätzung und echte Gastfreundschaft entstehen zwischen Menschen“, so Rainer.

Die Herausforderung für die Branche besteht darin, junge Menschen mit Perspektiven und Verantwortung auszustatten und gleichzeitig neue Werkzeuge zu nutzen, um Mitarbeitern und Unternehmern den Rücken freizuhalten. Technologie soll dabei entlasten und die persönliche Nähe stärken, die für den Tiroler Tourismus essenziell ist.

Einordnung

Die Diskussion verdeutlicht eine signifikante Veränderung in den Erwartungen junger Menschen im Tourismus und die Notwendigkeit, Arbeitsbedingungen dahingehend zu gestalten. Der sinnvolle Einsatz von KI könnte zu einer Effizienzsteigerung führen und gleichzeitig die menschlichen Aspekte der Arbeit im Tourismussektor bewahren, was für die Branche von zentraler Bedeutung ist.

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