Immer mehr Menschen in Tirol zweifeln daran, dass die staatliche Pension im Alter ausreicht. Die aktuelle Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische zeigt, dass viele mit finanzieller Unsicherheit rechnen und deshalb verstärkt auf private Vorsorge setzen. Neben dem demografischen Wandel und globalen Unsicherheiten prägt auch die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung den Blick in die Zukunft: 62 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung, 26 Prozent halten die Verhältnisse für gleichbleibend, nur 11 Prozent sehen eine Verbesserung. Darüber berichtet Welt Stimme.
Vertrauen in staatliche Pensionen schwindet
Die Studie zeigt, dass immer weniger Tiroler den staatlichen Systemen vertrauen: 74 Prozent zweifeln, eine ausreichende Pension zu erhalten. Jede siebte Person geht davon aus, im Alter weiter arbeiten zu müssen. Laut Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen, verunsichert zudem, dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die öffentliche Pension fließt.
Bewährte Vorsorgeinstrumente bleiben gefragt
Bei den genutzten Vorsorgeformen liegen klassische Anlagen vorn: Sparkonto (57 %), Lebensversicherung (38 %), Wertpapiere (28 %). Bausparen und Fondssparpläne werden jeweils von 21 Prozent genutzt, Gold von 16 Prozent und Immobilien von 10 Prozent. Der durchschnittliche monatliche Vorsorgebetrag liegt bei 225 Euro, Männer investieren mit 265 Euro deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro.
Frühzeitige Vorsorge gegen Altersarmut
40 Prozent der Befragten sehen ein hohes Risiko für Altersarmut. Als wirksam gelten vor allem frühzeitige private Vorsorge (86 %) und staatliche Förderungen (79 %). Knapp drei Viertel sind überzeugt, dass eine durchgehende Vollzeitbeschäftigung zu einer höheren Pension führt. Entsprechend bewerten nur 45 Prozent das staatliche System als zufriedenstellend. Für 89 Prozent hat private Vorsorge daher einen hohen Stellenwert.
Pensionskonto sorgt für Unzufriedenheit
Seit 20 Jahren gibt es für alle nach dem 1.1.1955 geborenen Österreicher das Pensionskonto. Allerdings kennen nur 56 Prozent der Tiroler ihr Guthaben, und davon sind lediglich 55 Prozent zufrieden. Die erwartete Bruttopension liegt durchschnittlich bei 2.023 Euro: Männer rechnen mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.


