Tourismusbilanz im Sommer 2026
Der Sommer 2026 zeigt eine erfreuliche Entwicklung im Tourismus der Region Villach. Touristikern zufolge verlief die Saison besser als erwartet, obwohl Marktveränderungen spürbar sind.
Christopher Zavodnik, General Manager voco Villach: Der Sommer startete zunächst verhalten, entwickelte sich jedoch ab Mitte Juli positiv. Besonders der August war stark frequentiert. Zavodnik stellt fest, dass Buchungen kurzfristiger erfolgen und Aufenthalte kürzer sind, während der Anteil der Radreisenden steigt. Gleichzeitig beobachtet er eine Zurückhaltung bei den Ausgaben mancher Gäste.
Ursula Karner, Karnerhof: Der Karnerhof verzeichnete einen Besucherrückgang im Vergleich zum Vorjahr, die Nächtigungszahlen sind jedoch stabil. Nach einer frühen Buchungssaison im August gibt es keine signifikanten Veränderungen bei Herkunftsmärkten oder Aufenthaltsdauer. Bei Gastronomie und Spa seien die Ausgaben der Gäste jedoch gesunken. Karner sieht Potenzial in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober, insbesondere durch Fokus auf Rad- und Wandertourismus.
Tono Wrann, Wrann Hotels GmbH: Wrann berichtet von einer leichten Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere im Juli und August. Die Gästestruktur wird internationaler, während die durchschnittliche Aufenthaltsdauer leicht sinkt. Wrann hat kaum Veränderungen im Ausgabeverhalten der Gäste festgestellt und sieht Potenzial in der Belebung der Schultersaisonen.
Martina Skrube, Strandcamping Gruber: Der Campingplatz erzielt ähnliche Ankunftszahlen wie im Vorjahr und verzeichnet regelmäßig ausgebuchte Plätze. Obwohl der Campingurlaub weiterhin beliebt ist, sind Gäste preissensibler geworden und sparen bei zusätzlichen Ausgaben. Sie sieht Potenzial in den Monaten Mai und Juni, hat jedoch Bedenken hinsichtlich der Personalsituation und der erhöhten Aufenthaltsabgabe.
Die Region in Zahlen
Ein positives Gesamtbild? Die langfristigen Zahlen weisen auf einen Anstieg der Sommernächtigungen von rund neun Prozent auf 2.779.364 von 2015 bis 2025 hin. Sollte der Trend 2026 anhalten, könnte die Region die Marke von 2,8 Millionen Nächtigungen erreichen, die zuletzt 2019 erreicht wurde.
- +9 % beträgt das aktuelle Nächtigungsplus 2026. (Die endgültigen Zahlen lagen zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht vor.)
- Kürzere Aufenthalte: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank in der Vorsaison von 3,6 Tagen (2016) auf 3,1 Tage (2026). In der Hauptsaison waren es 4,9 Tage (2016) und 4,1 Tage (2025).
- Neue Märkte wachsen: Osteuropäische Herkunftsmärkte zeigen seit 2016 eine positive Entwicklung: Polen ist mit +86,7 Prozent gewachsen, Ungarn um 39 Prozent und Tschechien um 38,8 Prozent. Österreich wuchs um 10,6 und Deutschland um 8 Prozent.
- Mehr Nächtigungen bei weniger Betten: Während die Zahl der Nächtigungen stieg, reduzierte sich die Bettenanzahl um rund neun Prozent, was zu einer erhöhten Bettenauslastung führte. Dieser Trend ist ein Indiz für die gestiegene Attraktivität der Region Villach – Faaker See – Ossiacher See, auch wenn die höhere Wertschöpfung oft nicht ausreicht, um steigende Kosten zu decken.

