WK Neujahrsempfang in Innsbruck: „Wertschätzung für Wertschöpfung“ als Leitmotiv für 2026

Jänner 8, 2026 21:57
WK Neujahrsempfang in Innsbruck: "Wertschätzung für Wertschöpfung" als Leitmotiv für 2026

Die Wirtschaftskammer Tirol hat mit den Neujahrsempfängen in den Bezirken traditionell das Jahr 2026 eingeläutet. Der Auftakt fand in Innsbruck statt, wo die Devise „Wertschätzung für Wertschöpfung“ verkündet wurde. Darüber berichtet Welt Stimme.

INNSBRUCK. Dietmar Hernegger eröffnete als neuer Bezirksobmann der WK Innsbruck-Stadt seinen ersten Neujahrsempfang. Im vollbesetzten Festsaal waren zahlreiche Unternehmer sowie politische Vertreter aus der EU, dem Bund, dem Land und der Gemeinde anwesend. In seiner Ansprache betonte Hernegger die Notwendigkeit der Zusammenarbeit.

Hernegger sprach auch über den Handlungs- und Kommunikationsbedarf in den Bereichen Regionalität und lokaler Handel. Er äußerte Bedenken über die Rekordzahlen an Paketlieferungen aus dem Ausland vor Weihnachten und hob die Bedeutung einer effektiven Kommunikation hervor, wie am Beispiel des Quartiersmanagements Rossau ersichtlich. Dieses Gewerbegebiet ist das größte in Westösterreich und unterliegt einer fortlaufenden Entwicklung. „Hier wurde von allen Beteiligten ein positiver Weg eingeschlagen“, erklärte er. Zudem forderte er eine Verbesserung der Koordination zwischen öffentlichen Auftraggebern bei den Baustellen in Innsbruck. „Es muss gebaut werden, aber es bedarf auch einer beiderseitigen Kompromissbereitschaft bei der Abwicklung“, fügte Hernegger hinzu. Mit drei Wünschen schloss er seine Neujahrsansprache: „Liebe EU, bitte keine sinnlosen Verordnungen und Regulierungen, lieber Bund, bringt das Budget endlich in Ordnung und liebes Land, arbeiten wir mehr miteinander.“

Wertschätzung für die Wertschöpfung

Barbara Thaler, Präsidentin der WK Tirol, äußerte sich mit „vorsichtigem Optimismus“ bezüglich des Jahres 2026. Sie betonte, dass bei stabiler geopolitischer Lage ein reales BRP-Wachstum von 1,5 % für 2026 möglich sei. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, seien jedoch flankierende Maßnahmen zur Entbürokratisierung und zur Senkung der Abgabenlast auf den Faktor Arbeit unerlässlich, da 66 % der Unternehmen dies als belastend empfinden. Die zentrale Botschaft für 2026 lautet „Wertschätzung für die Wertschöpfung“. Thaler verwies auf die beeindruckenden Kennzahlen, wie die Überweisung von 21 Milliarden Euro an Lohnkosten jährlich in Tirol, fünf Milliarden Euro Investitionen in den Wirtschaftsstandort und über 10.000 Lehrlinge. „2026 bietet neue Möglichkeiten, um unsere Bedeutung als Unternehmerinnen und Unternehmer zu unterstreichen. Die Wirtschaft ist kein Feindbild, sondern wichtiger Partner für die Gesamtentwicklung in unserem Bundesland“, erklärte sie.

Herausforderungen

Das Konjunkturbarometer der WK Tirol zeigt eine leichte Verbesserung der Stimmung, jedoch existieren weiterhin unterschiedliche Problembereiche; eine Entwarnung sei somit nicht möglich. Gemeinsam mit dem Land Tirol werde im Rahmen des Tirol Konvents das wichtige Thema der Entbürokratisierung aufgearbeitet. Darüber hinaus will Thaler im Rahmen der internen Reform der Wirtschaftskammer den Servicebereich verstärkt in den Fokus stellen. Das Feedback der Mitgliedsbetriebe sei für sie von großer Wichtigkeit.

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