Zukunft der Autoindustrie: Werner Weintritt über Trends und Herausforderungen in der Elektromobilität

Oktober 20, 2025 07:22
Zukunft der Autoindustrie: Werner Weintritt über Trends und Herausforderungen in der Elektromobilität

Elektromobilität und Technologiewandel in der Automobilbranche: Ein Gespräch mit Werner Weintritt

Die Automobilbranche erlebt einen nachhaltigen Wandel hin zu Elektro- und Hybridfahrzeugen, getrieben von einem steigenden Umweltbewusstsein. Darüber berichtet Welt Stimme.

EISENSTADT/NEUSIEDL AM SEE. In einem Interview erläuterte Werner Weintritt, Geschäftsführer von Autohaus Ford Weintritt, die bedeutendsten technologischen Meilensteine der letzten 25 Jahre, die Trends in der Branche und die Zukunft der Automobilindustrie.

  • MeinBezirk: Was waren aus Ihrer Sicht die größten technologischen Meilensteine seit Ende der 90er? 

WERNER WEINTRITT: Besonders erwähnenswert ist das Navigationssystem: Früher war es eine teure Sonderausstattung und mit größerem Aufwand verbunden – heute gehört es zur Standardausstattung. Ähnlich verhält es sich mit Assistenzsystemen. Funktionen wie der Totwinkelassistent, der Tempomat oder die Einparkhilfe waren früher kaum verbreitet, heute werden sie bereits als selbstverständlich gesehen. Kundinnen und Kunden setzen solche Systeme mittlerweile voraus.

  • Wie hat sich der Anteil an Elektro- oder Hybridfahrzeugen in Ihrem Autohaus bzw. Werkstatt entwickelt?

Ich würde sagen, mindestens 50 Prozent der Fahrzeuge – also entweder rein elektrisch oder Hybridfahrzeuge. Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Gerade beim Kauf eines Neuwagens haben viele Kundinnen und Kunden bereits Photovoltaikanlagen zu Hause installiert, was das Interesse an E-Autos enorm steigert.

  • Wie verläuft ein typisches Verkaufsgespräch heute im Vergleich zu früher?

Heute informieren sich viele Menschen bereits online im Voraus, noch bevor sie ein Autohaus betreten. Früher diente das erste Beratungsgespräch zur grundlegenden Orientierung; Interessierte nahmen Preislisten und Kataloge mit, um sich in Ruhe einzulesen. Die fachliche Beratung im Autohaus, insbesondere im technischen Bereich, bleibt jedoch ebenso wichtig wie damals.

  • Gibt es bestimmte Reparaturen oder Wartungsarbeiten, die heute kaum noch notwendig sind, früher aber häufig vorkamen?

Eindeutig zurückgegangen sind Reparaturarbeiten aufgrund von Rostschäden, insbesondere am Auspuff. Auch der Austausch von Bremsschläuchen ist seltener geworden, was auf die verbesserten Materialien und die höhere Qualität der Bauteile zurückzuführen ist.

  • Wie sehen Sie die Autoindustrie in den nächsten zehn Jahren?

Ich glaube, dass der Trend zunehmend in Richtung Elektromobilität und alternative Antriebe wie Biokraftstoffe geht. Viele Kundinnen und Kunden möchten aktiv etwas fürs Klima tun. Weiterzumachen wie bisher ist auf Dauer keine Option. Verbrennungsmotoren, also Benziner und Diesel, wird es sicherlich weiterhin geben, aber es braucht zusätzlich alternative Kraftstoffe für diejenigen, die bewusst etwas verändern wollen.

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