Zukunft des Wintersports: Tiroler Seilbahntag 2025 in Alpbach diskutiert Herausforderungen und Chancen

September 16, 2025 12:42
Zukunft des Wintersports: Tiroler Seilbahntag 2025 in Alpbach diskutiert Herausforderungen und Chancen

Am 15. September 2025 fand im Congress Centrum in Alpbach der Tiroler Seilbahntag 2025 statt, bei dem Vertreter der Seilbahnwirtschaft, Politik und Tourismus über die Zukunft des Wintersports sowie Herausforderungen wie den Klimawandel und die Nachwuchsförderung diskutierten. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Alpbacher Bürgermeister Markus Bischofer eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßung und würdigte die Leistung der Seilbahnen, die in den letzten zwei schneearmen Wintern gute Bedingungen für die Gäste bereitstellten. Landesrat Mario Gerber betonte die Bedeutung der Branche und nannte die Chancen, die Künstliche Intelligenz im Tourismus bietet. Auch Franz Hörl, Fachverbandsobmann auf Bundesebene, richtete Grußworte an die Teilnehmer.

Beitrag von Ralf Roth: Seilbahnen als „Herz-Lungen-Maschine“ des Alpenraums

Der Kölner Wissenschaftler Ralf Roth stellte in seinem Vortrag „Berge bewegen – Erfolgreich durch den Wandel“ fest, dass Seilbahnen für den Wintertourismus unverzichtbar sind. „Seilbahnen und Bergbahnen sind eigentlich die Herz-Lungen-Maschinen des Alpenraums“, erklärte er. Diese gewährleisten nicht nur den Zugang zu den Bergen, sondern fördern auch Bewegung, Gemeinschaft und Naturerlebnisse. Roth verwies auf Ergebnisse umfassender Studien, die zeigen, dass Bewegung im Schnee für viele Menschen eine Art „Reset-Knopf“ darstellt. In Deutschland werden jährlich 17 Milliarden Euro für Wintersport und -urlaub ausgegeben, wobei viele Menschen berichten, dass ihre Alltagsprobleme durch Bewegung im Schnee gelöst werden.

Preisanpassungen und Nachwuchsförderung

In seiner Ansprache beleuchtete Roth auch die Herausforderungen der Branche. Er wies darauf hin, dass das Preisniveau ein kritischer Faktor sei. „Wir brauchen im Alpenraum Angebote für unterschiedliche Geldbörsen. Wir brauchen auch einfache Angebote, die sich Familien leisten können“, forderte er. Des Weiteren betonte er die Notwendigkeit, in den Nachwuchs zu investieren, da die „Babyboomer“-Generation zwar aktuell das Rückgrat des Skisports bilde, jedoch künftige Generationen ebenfalls für den Wintersport begeistert werden müssen. Roth wies hier auf die Notwendigkeit hin, Kinder in den Schnee zu bringen. Der Klimawandel wurde ebenfalls als bedeutendes Problem angesprochen: „Kein Winter ist wie der andere. Wir sehen, dass der Trend der globalen Erwärmung dazu führt, dass wir in den niedrigeren Lagen den Schnee verlieren. Dies verändert das Schneeangebot in den Alpen fortlaufend.“

Öffentliche Wahrnehmung des Wintertourismus

Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Podiumsdiskussion statt, moderiert von Margit Bacher. Dabei diskutierten Roswitha Stadlober (ÖSV-Präsidentin), Journalist Dominik Prantl, Medienberater Peter Plaikner und Reinhard Klier über die mediale Wahrnehmung der Seilbahnen. Einigkeit herrschte darüber, dass der Wintertourismus in den Medien oft einseitig dargestellt werde. Durch klarere Kommunikationsstrategien könnte das öffentliche Bild jedoch verbessert werden. Das Ziel sei es, in der Branche stärker zusammenzustehen und einheitlich sowie authentisch aufzutreten.

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