Zukunftsdepot schafft Vorteile für Besserverdienende, kritische Stimmen erhöhen sich

September 2, 2026 15:32
Zukunftsdepot schafft Vorteile für Besserverdienende, kritische Stimmen erhöhen sich

Bundeskanzler Stocker präsentiert Zukunftsdepot für Kinder

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat im ORF-„Sommergespräch“ am Montag seine Pläne für ein steuerfreies Zukunftsdepot für Kinder vorgestellt. Eltern sollen hierin jährlich bis zu 5.000 Euro pro Kind anlegen können, wodurch die Kapitalerträge von der Kapitalertragsteuer befreit wären.

Das Zukunftsdepot sieht vor, dass das angesparte Vermögen mit Erreichen des 18. Geburtstags dem Kind zur Verfügung steht. Eltern müssten für die Anlage keine Spesen oder Gebühren zahlen. Detaillierte gesetzliche Regelungen sind jedoch noch nicht festgelegt.

Eine Analyse des Momentum Instituts zeigt, dass vor allem die einkommensstärkere Hälfte der Familien von dieser Steuervergünstigung profitieren könnte. Ab dem sechsten Einkommenszehntel können Haushalte im Durchschnitt mehr als 5.000 Euro pro Jahr sparen, während Familien im einkommensschwächsten Drittel oft kein Geld zum Sparen haben.

Das Institut warnt zudem vor den finanziellen Folgen für den Staat. Sollten 45 Prozent der Eltern mit einem im Jahr 2025 geborenen Kind jährlich den Höchstbetrag einzahlen, könnte das zu einem Steuerausfall von 807 Millionen Euro bis 2043 führen. Der Momentum-Chefökonom Oliver Picek kritisiert den Vorschlag als Verstärkung sozialer Ungleichheit.

Als Alternativvorschlag präsentiert das Momentum Institut ein steuerfreies Vorzugssparbuch mit einer Einkommensgrenze und garantierter Mindestverzinsung, inspiriert durch das französische Modell. Laut Berechnungen könnte dies Familien aus dem einkommensschwächsten Drittel jährliche Zinsen von durchschnittlich 258 Euro ermöglichen.

Einordnung

Das geplante Zukunftsdepot könnte die Vermögenssituation von einkommensstärkeren Familien verbessern, während einkommensschwächere Haushalte wenig oder keinen Nutzen daraus ziehen würden. Dies wirft Fragen zur sozialen Gerechtigkeit auf und könnte langfristig zu höheren Belastungen für den Staat führen.

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