Das Gebäude in der Schelleingasse 23 wird zwangsversteigert, da die Besitzgesellschaft zahlungsunfähig ist. Das Haus gehört dem Unternehmenskomplex rund um die CPI, der in den vergangenen Jahren in der Medienberichterstattung im Fokus stand.
Darüber berichtet Welt Stimme.
Das klassische Wiener Altzinshaus wurde 1902 erbaut und liegt nur wenige Hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt, gut angebunden an das öffentliche Verkehrsnetz. Mit einem Parterre, einem Hochparterre, einem Mezzanin und drei weiteren Geschossen, besitzt das Dachgeschoss einen Ausbau. Die Eckdaten des Gebäudes deuten auf einen hohen Wert hin und dieser wird bald von Bedeutung sein: Die Zwangsversteigerung steht bevor.
Tod des Geschäftsführers
Auslöser dafür ist die Zahlungsunfähigkeit der „CPI Zweiundzwanzigste Realwerte Verwaltungs GmbH“. Diese Gesellschaft ist Teil des CPI-Konzerns, der rund 160 Unternehmen umfasst. Die mediale Präsenz der CPI nahm ihren Anfang mit dem Tod des Gründers und Geschäftsführers Ernst Kreihsler im April 2022.
Nach seinem Ableben wurde ein Notgeschäftsführer eingesetzt, der die Finanzunterlagen der Gesellschaft überprüfte und dabei auf erhebliche Unstimmigkeiten stieß. So stellte sich heraus, dass die Verbindlichkeiten hoch sind und die Zahlungsfristen mehrerer Kredite längst abgelaufen waren. Zudem gibt es Hinweise auf mögliche Veruntreuungen von Firmengeldern. Aus dem Nachlass Kreihslers resultieren Schulden in Höhe von 27,3 Millionen Euro.
68 Millionen Euro zugelassen
Diese Summe stellt jedoch nur einen kleinen Teil der ausstehenden Schulden dar. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens hatten Gläubiger die Möglichkeit, ihre Forderungen anzumelden – ein Prozess, den viele umgehend nutzten. Wie im Frühjahr 2025 bekannt wurde, belaufen sich die insgesamt von Gläubigern geforderten Beträge auf 220 Millionen Euro, wobei rund 68 Millionen Euro von dem damaligen Masseverwalter anerkannt wurden. Diese Insolvenz reiht sich in die größten der vergangenen Jahre ein.
Gegenüber den hohen Schulden stehen die Vermögenswerte des Unternehmens, darunter zahlreiche Immobilien in Wien. Ein Teil der Versteigerungserlöse soll zur Begleichung der Schulden verwendet werden. Für das Gebäude in der Schelleingasse schätzt der Gutachter den Wert auf etwa 6,36 Millionen Euro, mit einer untersten Grenze von 4,5 Millionen Euro. Der Erlös wird der Sparkasse Niederösterreich Mitte West zugutekommen.
Das Gebäude in Wieden, unweit des Südtiroler Platzes, umfasst 19 Wohnungen und zwei Geschäftslokale, von denen einige bereits saniert wurden, während andere sich in schlechtem Zustand befinden. Der Großteil der Einheiten ist vermietet. Der Gutachter gibt dem 124 Jahre alten Gebäude eine Restnutzungsdauer von 45 Jahren. Die Zwangsversteigerung findet am 6. März statt.


