Große Hilfsbereitschaft nach Hochwasser 2024 im Bezirk Baden: Vereine und Gemeinschaft stehen zusammen

September 1, 2025 14:14
Große Hilfsbereitschaft nach Hochwasser 2024 im Bezirk Baden: Vereine und Gemeinschaft stehen zusammen

Hochwasserschäden im Bezirk Baden: Ein Jahr nach den Überschwemmungen

Das Hochwasser im September 2024 traf den Bezirk Baden mit voller Wucht. Einsatzkräfte der Feuerwehr waren unermüdlich im Einsatz, um Personen, Tiere und Eigentum zu schützen. Darüber berichtet Welt Stimme.

BEZIRK BADEN. Zahlreiche Straßen, Keller, Gebäude und Ställe standen unter Wasser. Sobald das Betreten des betroffenen Gebiets wieder möglich war, begann das große Aufräumen. Die gemeinschaftliche Anstrengung zeugte von bemerkenswerter Solidarität, unterstützt durch zahlreiche Vereine.

In Traiskirchen waren auch die Sportanlagen in der Badgasse betroffen, inklusive der Spielfelder der Traiskirchen Grasshoppers, die in der 1. Bundesliga spielen. Obmann Peter Feichtinger berichtete: „Am 15. September stand das Wasser circa 25 bis 30 cm hoch. Am Dienstag war das Feld wieder betretbar. Der Schlamm hatte eine Höhe von 15 cm erreicht. Auch die Container und Hütten standen unter Wasser, Gegenstände waren heruntergefallen und beschädigt.“

Feichtinger hebt die Hilfsbereitschaft hervor: „Bald kam Platzwart Jürgen Vegh, wir begannen mit Schaufeln und Schubkarren aufzuräumen. Im Laufe des ersten Tages sind etwa 15 interne Helfer, Freunde und Familien gekommen und haben uns unterstützt. Julia brachte uns Essen vorbei, ohne dass wir darum gebeten haben.“

Die Stadtgemeinde Traiskirchen trat ebenfalls als Unterstützer des Sportvereins auf. Markus Bartlweber, Geschäftsführer der TBVG (Traiskirchner Betriebsstättenverwaltung), die auch für die Sportplätze verantwortlich ist, stellte schnell und unbürokratisch einen Schuttcontainer zur Verfügung, um beschädigtes Equipment zu entsorgen.

„Bis zu 50 Personen aus dem Verein halfen mit. 317 Schubkarren, etwa 20 Tonnen Schlamm wurden entfernt“, so Feichtinger. Eingedrückte Zäune wurden repariert, und ein Schlosser erledigte notwendige Ausbesserungen. Die Container wurden gereinigt, Regale neu aufgestellt.

Der Schlamm wurde entlang des Zauns aufgekippt und vom Bauhof abgeholt. Der Rasen wurde durch Quarzsand beschwert, was eine Vertikutierung durch die Gemeinde erforderlich machte.

Eine ehrgeizige Zielsetzung wurde bei den Aufräumarbeiten erreicht: innerhalb von nur zehn Tagen musste das Gelände für das U16-Turnier wieder bereit sein, was erfolgreich gelang.

Da der Verein in der Gusswerkstraße eine neue Sportanlage erhält, die 2027 in Betrieb gehen soll, hat er auf einen neuen Rasen verzichtet. Der Verein hat mittlerweile 150 aktive Mitglieder, jedoch sind die Sanitäranlagen unzureichend, da es keine Duschen gibt.

Erste Hilfe für den Tierhof Ferdinand the Staff

Am Schwechatbach in Alland liegt der Tierhof Ferdinand the Staff. Der Verein rettet Tiere vor dem Schlachthof, aus Zirkussen oder aus schlechter Haltung und finanziert sich durch Hundetrainings und einen Geschenkshop für Tierfans.

Beim Projekt „Angst heilt Angst“ helfen traumatisierte Tiere Menschen mit Angst- oder Gewalterfahrungen, indem Vertrauen aufgebaut wird. Obfrau Andrea März erzählt: „Ich war meine erste Klientin. Ich habe drei Angst-Pferde gerettet, ich hatte Angst vor ihnen. Wir haben uns gegenseitig geholfen.“

Vor einem Jahr stand die Schwechat um 1,5 Meter höher als der Wiesenbereich, das Wasser im Haus erreichte kniehohe Levels. Einige Tiere konnten nicht gerettet werden. Das Team begann sofort mit den Aufräumarbeiten, wobei die Hilfsbereitschaft überwältigend war.

„In den ersten Tagen waren zahlreiche freiwillige Helfer vor Ort. Gute zwei Wochen hat dieser Einsatz gedauert. Es ist erstaunlich, was alles geschah, sogar zwei Bagger waren im Einsatz. Fünf bis sechs Helfer blieben und wir erhielten große finanzielle Unterstützung durch Spenden“, so März.

Die Ställe wurden auf der anderen Seite des Grundstücks neu gebaut, nun sind sie etwas höher und weiter vom Fluss entfernt. Ein neuer Kinderspielplatz wurde errichtet, und die Tiere können nun weiden.

Dankbar berichtet sie: „Karli hat den Hühnerstall fast alleine mit Helfern gebaut, auch der Spielplatz ist entstanden. Er kommt einmal die Woche.“ Neben dem neuen Hühnerstall entstand eine große Voliere für verschiedene Vogelarten, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.

Ein Jahr nach den Überschwemmungen werden weiterhin Verbesserungen vorgenommen. Ein Gitterdach für Hühner, Enten und Gänse wird errichtet, um sie vor Fressfeinden zu schützen, und auch ein Reitplatz für Bodenarbeit ist in Planung.

Die Arbeiten beschränkten sich bislang jedoch hauptsächlich auf die Behausungen der Tiere, im Haus selbst wurde nur gereinigt, beschädigte Böden und andere Elemente müssen noch ersetzt werden.

„Uns geht es um naturnahe Haltung. Die Tiere haben viel Platz zum Rennen. Nur die Hühner werden zum Schutz in der Nacht eingesperrt“, erklärt März. Der Tierfreundin ist es wichtig, dass Kinder und Erwachsene lernen, dass Tiere Bedürfnisse haben und nicht nur dazu dienen, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen.

Hochwasser-Risikogebiet Bezirk Baden

Im Bezirk Baden leben 11.004 Personen in Hochwasser-Risikogebieten. 7,3 Prozent der Bevölkerung sind von einem hundertjährigen Hochwasser betroffen. Die Gemeinde Furth an der Triesting ist am stärksten betroffen.

Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser

Die Überschwemmungen im September 2024 verdeutlichten nicht nur die Notwendigkeit weiterer Schutzmaßnahmen, sondern bestätigten auch die Wirksamkeit bestehender Systeme. LAbg. Christoph Kainz (ÖVP) betonte, dass seit 2002 im Bezirk Baden 22 Hochwasserschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 33 Millionen Euro abgeschlossen wurden, wobei weitere Projekte in Planung oder bereits im Bau sind.

Diese laufenden Maßnahmen zielen darauf ab, die Risiken durch Hochwasser zu verringern und die Resilienz der Infrastruktur zu stärken. Dazu zählen der Ausbau und die Erneuerung von Dämmen sowie der Bau von Rückhalteanlagen. Das Rückhaltebecken in Fahrefeld, das im Mai 2024 fertiggestellt wurde, hat im September 2024 dazu beigetragen, mutmaßliche Schäden von bis zu 70 Millionen Euro zu verhindern. Kainz bedankt sich ausdrücklich bei den Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz während der Fluten.

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