Der Alpenländische Kreditorenverband hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Klagenfurter Detektivbüros Observer U.M. e.U. am Landesgericht Klagenfurt bekanntgegeben. Es handelt sich um ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung.
KLAGENFURT. Das Insolvenzverfahren betrifft das Detektivbüro Observer U.M. e.U., dessen Verbindlichkeiten sich auf rund 742.500 Euro belaufen. Betroffen sind 16 Gläubiger und 4 Mitarbeiter. Der Antrag sieht die Fortführung des Betriebs sowie den Abschluss eines 20-prozentigen Sanierungsplans vor. Darüber berichtet Welt Stimme.
Gegenstand des Unternehmens
Das Detektivbüro operiert im Rahmen des reglementierten Sicherheitsgewerbes und ist spezialisiert auf Observationen und Ermittlungen im privaten, gewerblichen und wirtschaftlichen Bereich. Wesentliche Tätigkeiten umfassen die Prävention und Aufklärung von Vermögensdelikten, insbesondere im Einzelhandel, sowie die Erbringung von Sicherheitsdienstleistungen, einschließlich der Tätigkeit als Kaufhaus- und Sicherheitsdetektive. Die Beweiserhebung und Dokumentation für gerichtliche und außergerichtliche Verfahren gehört ebenfalls zum Unternehmensprofil. Die Tätigkeiten werden bundesweit an mehreren Standorten angeboten.
Ursachen der Insolvenz
Im Antrag werden die Ursachen der Insolvenz wie folgt beschrieben: „Im Juni 2023 mussten für einen Vertrag mit einem Großkunden 15 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Das Stundenvolumen wurde mit 1.950 Stunden pro Monat vereinbart. Aufgrund einer geringeren Diebstahlsquote reduzierte der Großkunde im Juli letzten Jahres einseitig den Auftrag auf ein Stundenvolumen in Höhe von 1.200 Stunden pro Monat, obwohl die Anzahl der zu observierenden Filialen sowie das hierfür notwendige Personal unverändert blieben“.
Kürzung des Stundenvolumens
Die Reduzierung des Stundenvolumens führte zu einem signifikanten Umsatzrückgang, während die (Fix-)Kosten, insbesondere die Personalkosten, nahezu konstant blieben. Im Januar dieses Jahres kündigte der Großkunde erneut eine Kürzung des Stundenvolumens an. Eine betriebswirtschaftliche Analyse habe ergeben, dass der Auftrag unter diesen Bedingungen nicht kostendeckend fortgeführt werden konnte, sodass die Kooperation mit dem Großkunden zum 31.01.2025 beendet wurde. Dieses Auftragsverhältnis hat jedoch verschiedene Verbindlichkeiten zur Folge.
Auftragsrückgang
Seit Ende der COVID-19-Pandemie war das Unternehmen auch mit einem massiven Auftragsrückgang von etwa 60 Prozent konfrontiert. Gleichzeitig traten erhebliche Personalprobleme auf. „Mehrere Mitarbeiter, die für den Großauftrag eingesetzt waren, befanden sich wiederholt im Krankenstand, wodurch kostenintensive Ersatzbesetzungen notwendig wurden“.


