Klinik Hietzing: Stadtrechnungshof Wien beanstandet weiterhin Mängel bei elektrischen Anlagen

Oktober 2, 2025 15:12
Klinik Hietzing: Stadtrechnungshof Wien beanstandet weiterhin Mängel bei elektrischen Anlagen

Der Stadtrechnungshof Wien (StRH) hat bei einer erneuten Prüfung der Klinik Hietzing im Zeitraum von Ende 2024 bis Mitte 2025 gravierende Mängel festgestellt, trotz vorheriger Verbesserungen. Besonders in den patientenfernen Bereichen besteht weiterhin erheblicher Sanierungsbedarf. Darüber berichtet Welt Stimme.

Während der Inspektion wurden zahlreiche Probleme identifiziert, die auf einen erhöhten Handlungsbedarf hinweisen. Bereits 2008 hatte das Kontrollamt schwerwiegende Mängel beanstandet, und obwohl das Verantwortungsbewusstsein im Laufe der Jahre gestiegen ist, sind viele technische und sicherheitsrelevante Punkte immer noch unzureichend.

In den patientenfernen Bereichen, wie Kellern, Dachböden und Versorgungsgebäuden, fanden die Prüfer erhebliche Defizite. Unter den dokumentierten Mängeln waren defekte Beleuchtungen, überbelegte Kabeltrassen, fehlende Brandabschnitte sowie nicht zulässige Beilagerungen. Hinzu kommen Schimmelbefall, ein nicht mehr in Betrieb befindliches loses Klimagerät und verrostete Aufstiegsleitern. Im patientennahen Pavillon 8 entdeckten die Prüfer unsachgemäße Elektroinstallationen und herabhängende Kabel.

Des Weiteren gab es im Kesselhaus zusätzliche Probleme, wie fehlende Gitterroste, Stolpergefahren und einen fehlenden Anprallschutz für den Kopf. Ein Garagengebäude musste nach einer externen Begutachtung sofort gesperrt werden, da es Risse aufwies. Im sogenannten OP-Bunker stellte der StRH unzureichende Notbeleuchtung und zu enge Bewegungsflächen fest. Außerdem müssen die Ausgangstüren in Fluchtrichtung öffnen, was dort nicht gegeben ist.

WIGEV nimmt Stellung

Der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV), Betreiber der Klinik, äußerte sich zu den 35 Empfehlungen des StRH. Viele Mängel seien bereits behoben worden, weitere Sanierungen und Nachrüstungen – insbesondere bei Brandschutztüren, Notbeleuchtungen und Geländern – seien für Herbst 2025 bzw. 2026 eingeplant. Einige Elektroarbeiten in den Verteilerschränken könnten nur bei Bettensperren durchgeführt werden. Defekte Schlösser, unsachgemäße Kabelverläufe und lose Abdeckungen wurden sofort beseitigt.

Der Stadtrechnungshof sieht jedoch weiterhin grundlegenden Verbesserungsbedarf bei der Dokumentation von Mängeln und deren Behebung. Ein durchgängiges, EDV-gestütztes Befund-Managementsystem fehle bislang. Der Gesundheitsverbund verwendet zwar das Programm „waveware“, dieses könne jedoch Mängel nicht ausreichend nachverfolgen. „Eine konkrete Terminisierung oder gezielte Evidenzhaltung von Mängeln ist mit diesem Programm nicht möglich, weshalb ergänzend zur waveware ein Pilotprojekt mit einer zusätzlichen Softwarelösung gestartet wurde. Diese befindet sich gerade in der Ausrollung“, so der Gesundheitsverbund.

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