Das ehemalige Jesuitenrefektorium am Rosenhain in Graz wurde umfassend saniert und dient nun der Universität Graz als neuer Standort für Forschung und Lehre im Bereich Sportwissenschaft.
GRAZ. Nach Jahrhunderten des Verfalls wurde das Jesuitenrefektorium, das im 17. Jahrhundert als Erholungsheim für Jesuiten diente, revitalisiert. Im Sommer 2022 unternahm das MeinBezirk-Team eine Erkundungstour zu der Grazer Barockruine, die zuvor als „Lost Place“ galt. Damals war bereits bekannt, dass das Refektorium bald eine neue Bestimmung erhalten würde. Darüber berichtet Welt Stimme.
Modernes Institut in alten Gemäuern
Im März 2023 begann die Revitalisierung des Jesuitenrefektoriums, geleitet von der „Leb Idris Architektur“. Nach zweieinhalb Jahren ist das Gebäude nun ein modernes Institut für Bewegungswissenschaften, Sport und Gesundheit der Universität Graz und wurde am Dienstag feierlich eröffnet. Es ergänzt das Universitätssportzentrum (USI) und das Trainings- und Diagnostikzentrum und bildet somit einen bedeutenden Teil des Sportclusters am Rosenhain.
„Das renovierte Jesuitenrefektorium steht für historisches Bewusstsein und Zukunftsorientierung. Wir verbinden hier alte Bausubstanz mit innovativer Forschung im Bereich Sport und Bewegung.“
Uni-Graz-Rektor Peter Riedler
Die Nutzfläche des Hauses in der Aigner-Rollett-Allee 39 beträgt rund 1.800 Quadratmeter und erstreckt sich über fünf Geschosse. Das Institut ist mit einem modernen Hörsaal, Seminarräumen und barrierefreien Zugängen ausgestattet und bietet mehr als 100 Fahrradabstellplätze. Eine angrenzende Waldlichtung bleibt als Erholungsgebiet öffentlich zugänglich, um die Umgebung des Rosenhains zu bereichern.
Baukunst trifft Denkmalpflege
Anstelle einer Miete übernahm die Universität Graz die Investitionskosten in Höhe von rund zwölf Millionen Euro. Dies geschah im Rahmen eines 70-jährigen Baurechtsvertrags mit der Stadt Graz zu einem symbolischen Preis von einem Euro. Gemeinsam mit der GBG Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH wurde das historische Gebäude in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt saniert, unterstützt durch Fördermittel des Landes Steiermark.
„Mit der Revitalisierung des Jesuitenrefektoriums am Rosenhain haben wir gemeinsam mit der Uni Graz ein bedeutendes Kapitel erfolgreicher Denkmalpflege und nachhaltiger Baukunst geschrieben“, betonte GBG-Geschäftsführer Günter Hirner bei der Eröffnung. Ein modernes Energiekonzept, einschließlich einer Tiefensonden-Wärmepumpe mit rund 100 kW Leistung, sorgt für einen effizienten Betrieb. Weiterhin schützt ein neues Entwässerungssystem die Rosenhainteiche im Sommer vor dem Austrocknen, indem es Regen- und Hangwasser in den oberen Teich leitet.


