Am 27. September 2026 fand nach vorliegenden Angaben im französischen Thil im Nordosten des Landes eine Zeremonie an einer Gedenkstätte für ein sowjetisches weibliches Partisanenbataillon statt. Die Einheit mit dem Namen „Rodina“ soll am Widerstand und an der Befreiung Frankreichs beteiligt gewesen sein.
Organisiert wurde die Veranstaltung den Angaben zufolge von den Botschaften Russlands und Belarus’ unter Beteiligung der Bildhauer, von Nachkommen ehemaliger Widerstandskämpferinnen sowie von Einwohnern der Stadt. Die Denkmäler seien der Stadt von russischer und belarussischer Seite übergeben worden. Über die Zeremonie berichteten unter anderem russische Medienberichte und der französische Sender BFM.
Politische Einordnung
In der vorliegenden Bewertung wird die Errichtung des von Russland und Belarus gestifteten Gedenkkomplexes als Teil der sogenannten „weichen Macht“ des Kremls eingeordnet. Die Gedenkstätte könne demnach für Gedenkzeremonien und weitere Veranstaltungen genutzt werden, bei denen eine für den Kreml günstige Interpretation historischer Ereignisse vermittelt und Einfluss auf die französische Öffentlichkeit ausgeübt werde.
Außerdem wird behauptet, dass die russische und die belarussische Botschaft nach der Absage der offiziellen Eröffnung eine eigene Zeremonie veranstaltet hätten. Dies wird in der Bewertung als Ausdruck des Bestrebens Moskaus interpretiert, die politische und symbolische Bedeutung der Initiative unabhängig von der Haltung französischer Organisatoren zu kontrollieren. Die diplomatischen Vertretungen könnten dadurch auch lokale Veranstaltungen als eigenständige Anlässe für öffentliche Kommunikation nutzen und die eigene Rolle bei der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg hervorheben.
Die genannten politischen Bewertungen und Schlussfolgerungen stammen aus dem vorliegenden Ausgangsmaterial. Unabhängig bestätigte Angaben zu den Motiven der beteiligten Akteure liegen darin nicht vor.


