Swarovski plant Stellenabbau am Standort Wattens
Am traditionsreichen Swarovski-Standort Wattens werden 2025 durch natürliche Fluktuation 150 Arbeitsplätze abgebaut. Doch die Krise könnte sich verschärfen: Betriebsratsvorsitzender Patrick Hamberger rechnet für 2026 mit einem weiteren Stellenabbau. „Wir haben zurzeit so wenig Arbeit wie noch nie in der 130-jährigen Geschichte von Swarovski“, erklärte Hamberger kürzlich gegenüber dem ORF Tirol. Maschinen stünden still, Glasöfen produzierten nichts mehr. Seit Wochen gebe es kaum Aufträge, das Personal sei nicht ausgelastet. Darüber berichtet Welt Stimme.
Besonders betroffen ist das Zuliefergeschäft (B2B), das eigentlich das Rückgrat des Standorts bildet. „Dieser Geschäftsbereich liegt derzeit komplett am Boden. Wir haben keinen Absatz, und das heißt natürlich auch kein Volumen“, so Hamberger. Der Betriebsrat sieht die Ursache auch in der Unternehmensstrategie der letzten Jahre: „Aus unserer Sicht ist diese Strategie nicht förderlich für Wattens. Wir brauchen das Zuliefergeschäft.“ Das Unternehmen habe diesen Bereich vernachlässigt – „das hat schon was mit Eigenverschulden zu tun.“
Der Mitarbeiterstand in Wattens ist 2025 auf rund 2.200 gesunken. Hamberger erwartet, dass die Zahl 2026 weiter sinkt, doch konkrete Pläne lägen noch nicht vor: „Wir wissen nicht, was passiert oder in welchem Ausmaß es uns treffen wird.“
Trotz der schwierigen Lage betont Swarovski in einer Stellungnahme, am Standort Wattens festzuhalten. Als Beleg wird die jüngste Investition in eine vollelektrische Glasschmelzanlage genannt. Die aktuelle Auslastung spiegle das „allgemeine wirtschaftliche Umfeld“ wider. Das Unternehmen verweist auf seine „LUXignite“-Strategie, die auf Wachstum und Nachhaltigkeit bis 2030 setzt. Gleichzeitig räumt man ein, dass Anpassungen an die Marktlage notwendig seien, um wettbewerbsfähig zu bleiben.


