Die Österreichische Wirtschaftskammer (WKÖ) will ihre jährliche Gehaltsvalorisierung ab 2027 neu regeln. Statt einer von der Kammer selbst festgelegten Berechnungsformel soll dann der Jahresdurchschnitt des Tariflohnindex (TLI) als Maßstab dienen.
Das Erweiterte Präsidium der WKÖ beschließt die Reform am Mittwoch, 7. Oktober. Der Zentralbetriebsrat ist mit der Neuregelung einverstanden.
Der neue Richtwert orientiert sich an der kollektivvertraglichen Lohnentwicklung von rund 95 Prozent der österreichischen Beschäftigten. Gegenüber MeinBezirk erklärte die Kammer, der TLI solle die tatsächliche Lohn- und Gehaltsentwicklung im Land abbilden.
Die Umstellung folgt auf die frühere Kritik an ausufernden Bezügen und Gehaltserhöhungen der Spitzenvertreter. In diesem Zusammenhang musste der damalige WKÖ-Präsident Harald Mahrer zurücktreten.
Die Statistik Austria berechnet den TLI extern; die WKÖ nimmt diese Berechnung nicht selbst vor. Den endgültigen Jahresdurchschnitt veröffentlicht Statistik Austria jeweils im April, weshalb die Valorisierung künftig ab 1. Mai für ein Jahr gelten wird.
Für die erstmalige Anwendung 2027 ist eine Übergangsregelung vorgesehen, damit es für Jänner bis April 2027 keine viermonatige Lücke gibt. Der TLI soll für sechs Jahre als Maßstab gelten, also bis 30. April 2033; danach ist eine Evaluierung geplant.


