Nach intensiven Kollektivvertragsverhandlungen haben die Sozialpartner für die rund 55.000 Beschäftigten bei den österreichischen Eisenbahnen eine Einigung erzielt, die insbesondere niedrige und mittlere Einkommen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die KV- und IST-Gehälter steigen laut einer Aussendung der Wirtschaftskammer im Durchschnitt um 2,7 Prozent. Besonders hervorzuheben ist die sozial gestaffelte Erhöhung, denn während niedrige und mittlere Einkommensgruppen deutlich profitieren, wird die Gehaltsanhebung bei höheren Einkommen mit 150 Euro gedeckelt – was in der letzten Gehaltsstufe einer Steigerung von lediglich 1,07 Prozent entspricht. „Damit haben wir ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewahrt“, betont Thomas Scheiber, stellvertretender Fachverbandsobmann der Schienenbahnen in der WK und Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite.
Rollierende Inflation abgegolten
Außerdem wurden drei zusätzliche Urlaubstage ab dem 15. Jahr Unternehmenszugehörigkeit erzielt, eine 6. Urlaubswoche ist ab dem 18. Jahr Unternehmenszugehörigkeit vorgesehen. „Die Eisenbahnen sind eine Zukunftsbranche und schaffen klimafreundliche Mobilität für alle Menschen in Österreich. Mit diesem Abschluss werden Gehalt und Arbeitsbedingungen verbessert, womit die Bahnen auch für die dringend benötigten neuen Kolleginnen und Kollegen attraktiv sind“, so Gerhard Tauchner, vida-Verhandlungsleiter und Vorsitzender des vida-Fachbereichs Eisenbahn.
Einigung als „Balanceakt“
Eine zusätzliche Herausforderung stellt die Position der österreichischen Güterbahnen dar, die im internationalen Wettbewerb unter massivem Druck stehen. Für den Schienengüterverkehr konnte eine unverhältnismäßige Erhöhung der Nachtzulagen abgewendet werden. Weitere von der Gewerkschaft geforderte Änderungen im Rahmenrecht mussten aus wirtschaftlichen Gründen vorerst zurückgestellt werden. Scheiber erklärt dazu. Für das kommende Jahr schließt Scheiber sogar einen Abschluss unter der Inflationsrate nicht aus.


