Arbeitslosenquote in Oberösterreich steigt auf 4,9 Prozent
Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich lag Ende Oktober bei 4,9 Prozent und ist damit relativ niedrig im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Wien mit 11,7 Prozent. Darüber berichtet Welt Stimme.
Ein bedeutender Trend ist der überproportionale Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Frauen um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 4,5 Prozent zugenommen hat. Andrea Schmidt, die Geschäftsführerin des AMS Oberösterreich, führt diesen Anstieg unter anderem auf die zurückhaltende Konsumlaune in der Bevölkerung zurück:
„Die schwierigen Rahmenbedingungen im Großteil der produzierenden Industrie – insbesondere Verunsicherungen aufgrund von möglichen Engpässen in der Zulieferung von Vorproduktionsteilen – führen weiterhin zu zurückhaltenden Investitionen und stagnierenden Personalständen. Dies zeigt Auswirkungen in gehemmtem Konsumverhalten beim stationären Handel und einer höheren Sparquote. Damit einhergehend werden Verkaufsflächen reduziert, Filialen zusammengelegt und vor allem Frauen vermehrt arbeitslos.“
Die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein drängendes Problem, mit einem Anstieg von 26,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schmidt äußerte sich dazu:
„Ohne deutlich positive Konjunkturimpulse wird die Langzeitbeschäftigungslosigkeit auch weiterhin auf hohem Niveau verbleiben – dies obwohl die Zugänge in Arbeitslosigkeit mittlerweile leicht zurückgehen.“
Oberösterreich hat mit 4,9 Prozent Arbeitslosenquote den zweiten Platz im Vergleich der Bundesländer inne. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) kündigte zusätzliche Impulse für die Konjunktur an:
„Oberösterreichs Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der schwierigen Rahmenbedingungen stabil. Wir setzen aber weiterhin gezielt Impulse: Durch die Halbierung der Kreditsperre werden 25 Millionen Euro frei, die vom Land OÖ jetzt in wichtige Projekte investiert werden können. Das bringt zusätzliche Impulse für den Standort OÖ und damit auch für den Arbeitsmarkt in unserem Bundesland.“
Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner hob die Bedeutung der aktiven Arbeitsmarktpolitik hervor:
„Die aktive Arbeitsmarktpolitik hat in Oberösterreich weiterhin oberste Priorität. Im Rahmen von upperWORK – dem Standortprogramm für Arbeit in Oberösterreich werden alleine heuer 385 Millionen Euro in Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen investiert.“
Weniger offene Stellen
Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen beim Arbeitsmarktservice (AMS) ist um 6,7 Prozent gesunken, was auf eine zurückhaltende Einstellungspolitik in vielen Branchen hinweist. Während die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellen um 13,2 Prozent zurückgegangen ist, bleibt die Nachfrage nach Lehrstellen hoch, mit einem leichten Anstieg der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden um 7,4 Prozent.
Regionale Unterschiede
Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen ist um 3 Prozent gestiegen, was im Vergleich zu anderen Altersgruppen eine moderate Zunahme darstellt. Regional betrachtet zeigen sich deutliche Unterschiede: während in Bezirken wie Eferding und Gmunden die Arbeitslosigkeit um 14,3 Prozent bzw. 14,9 Prozent gestiegen ist, verzeichnen andere Bezirke wie Grieskirchen und Kirchdorf einen Rückgang. Branchenbezogen ist der Handel besonders betroffen, mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 13,8 Prozent, während die Arbeitskräfteüberlasser einen Rückgang von 6,9 Prozent verzeichnen.


