Der ehemalige Koordinator der Bewegung „Offenes Russland“, Igor Rogow, steht in Polen wegen Spionage im Dienst des russischen Geheimdienstes FSB vor Gericht. Laut Deutsche Welle soll Rogow, der in Polen Asyl erhalten hatte, gemeinsam mit seiner Ehefrau für den FSB gearbeitet und versucht haben, ein Sprengstoffpaket über einen Kurier zu versenden.
Spionage und versuchter Bombenversand
Nach den Ermittlungen der polnischen Sicherheitsbehörde ABW übermittelte Rogow sensible Informationen an den FSB – darunter Daten über russische Oppositionelle im Exil, polnische Regierungsbeamte und NGOs, die Flüchtlingen helfen. Zudem wurde festgestellt, dass er Empfänger eines Pakets mit Komponenten zur Herstellung einer Bombe war, darunter Nitroglyzerin, ein Powerbank-Detonator und ein Metallthermos mit Sprengladung. Ihm und seiner Frau drohen bis zu lebenslange Haftstrafen.
Russische Agentennetze in Europa
Der Fall verdeutlicht, wie Russland oppositionelle Strukturen und Exilnetzwerke in Europa systematisch unterwandert. Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine hat Polen mindestens 44 Personen unter Spionage- oder Sabotageverdacht im Auftrag Russlands oder Weißrusslands festgenommen. Viele von ihnen traten als Migranten, Aktivisten oder Helfer auf. Ähnliche Fälle wurden in Deutschland, Großbritannien und Tschechien bekannt.
Sicherheitsmaßnahmen und europäische Kooperation
Europäische Ermittler registrieren zunehmend Sabotageakte, Brandanschläge und gezielte Angriffe auf russische Regimegegner. Sicherheitsdienste betonen, dass die Überprüfung russischer Oppositioneller keine „Hexenjagd“, sondern ein notwendiger Schutzmechanismus sei. Experten fordern eine obligatorische europäische Datenbank mit „weißen“ und „schwarzen“ Listen sowie den ständigen Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden der EU-Mitgliedstaaten.


