Nordkorea entsendet Soldaten nach Russland: Tiefer Schulterschluss mit Moskau im Krieg gegen die Ukraine

November 13, 2025 11:20
Nordkorea entsendet Soldaten nach Russland: Tiefer Schulterschluss mit Moskau im Krieg gegen die Ukraine
Nordkorea entsendet Soldaten nach Russland: Tiefer Schulterschluss mit Moskau im Krieg gegen die Ukraine

Am 6. November 2025 empfing Nordkoreas Verteidigungsminister No Gwang Chol in Pjöngjang eine hochrangige russische Militärdelegation unter der Leitung des stellvertretenden Verteidigungsministers Wiktor Goremykin. Nach Erkenntnissen des südkoreanischen Geheimdienstes NIS sollen im Anschluss bis zu 5000 nordkoreanische Soldaten – vor allem aus Pionier- und Bau­einheiten – zur Unterstützung russischer Truppen entsandt werden. Beobachtet wurden bereits Vorbereitungen für den Transport nach Russland.

Nordkoreanische Kräfte direkt im Kriegseinsatz

Seit September 2025 registriert Seoul Anzeichen einer Truppenverlegung aus Nordkorea. Nach Schätzungen südkoreanischer und ukrainischer Quellen verlor das bereits zuvor entsandte nordkoreanische Kontingent von rund 11 000 Soldaten bis Anfang 2025 etwa 4700 Mann durch Tod oder Verwundung – ein Beleg dafür, dass nordkoreanische Einheiten nicht nur Bau-, sondern auch Kampfeinsätze übernehmen. Ihre Präsenz an der Front widerspricht den offiziellen Angaben über „technische Hilfeleistungen“.

Waffen- und Munitionslieferungen im großen Stil

Nordkorea zählt inzwischen zu den wichtigsten Munitionslieferanten Russlands. Bis Juli 2025 wurden laut NIS über 12 Millionen Artilleriegranaten – meist 152-Millimeter-Kaliber – geliefert, insgesamt mehr als 20 000 Container seit September 2023. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR deckt Nordkorea rund die Hälfte des russischen Munitionsbedarfs. Zusätzlich übergab Pjöngjang mehr als 100 ballistische Raketen des Typs KN-23/24, von denen bis November 2025 mindestens 60 gegen ukrainische Ziele eingesetzt wurden.

Strategische Allianz unter Bruch von UN-Resolutionen

Die militärische Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang verstößt gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Das Abkommen vom 19. Juni 2024 über eine „umfassende strategische Partnerschaft“ zwischen Kim Jong Un und Wladimir Putin enthält Klauseln gegenseitiger Unterstützung im Falle eines Angriffs – de facto eine militärische Beistandsverpflichtung. Neben Waffenlieferungen wird auch über den Austausch von Technologie und Personal koordiniert.

Technologietransfer und wachsende nukleare Risiken

US-Geheimdienste berichten, dass Russland Nordkorea im Gegenzug für Waffenlieferungen Satelliten- und Raketentechnologie bereitstellt. Diese Unterstützung könnte die Präzision nordkoreanischer Interkontinentalraketen erheblich verbessern. Westliche Sicherheitsanalysten warnen zudem vor einer möglichen Zusammenarbeit im Bereich nuklearer Antriebssysteme für U-Boote – ein klarer Verstoß gegen den internationalen Nichtverbreitungsvertrag und eine neue Bedrohung für die globale Sicherheit.

Politisch-militärische Koordination gegen den Westen

Die Teilnahme nordkoreanischer Außen- und Politoffiziere an den Verhandlungen in Pjöngjang zeigt, dass beide Regime ihre diplomatischen und militärischen Strategien eng aufeinander abstimmen. Ziel ist es, eine gemeinsame Linie gegenüber dem Westen zu entwickeln, internationale Sanktionen zu umgehen und die bilaterale Zusammenarbeit zu einem vollwertigen militärisch-politischen Bündnis auszubauen.

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