Greenpeace und Handelsverband fordern Sperre für Shein nach Mängeln in Frankreich

November 14, 2025 11:12
Greenpeace und Handelsverband fordern Sperre für Shein nach Mängeln in Frankreich

Nach verschärften Kontrollen in Frankreich, bei denen festgestellt wurde, dass acht von zehn kontrollierten Shein-Produkten am Pariser Flughafen Mängel aufwiesen, fordern Greenpeace und der Handelsverband in Österreich nun Maßnahmen gegen den Online-Händler aus China. Darüber berichtet Welt Stimme.

In jüngster Zeit sorgten Berichte aus Frankreich für Aufsehen, dass der asiatische Online-Händler kindlich aussehende Sexpuppen im Angebot hatte, was zur vorübergehenden Sperrung der Plattform führte. Nach der Entfernung dieser Produkte von der Website wurde die Plattform jedoch schnell wieder online geschaltet, während die französische Regierung Maßnahmen ankündigte.

Der französische Verbraucherschutz intensivierte seine Kontrollen. Innerhalb von 24 Stunden wurden am Pariser Flughafen 200.000 Pakete untersucht, wobei acht von zehn Packungen teils erhebliche Mängel aufwiesen. Ein Großteil dieser Produkte verletzt EU-Sicherheitsstandards: Dazu zählen nicht zugelassene Kosmetika, gefährliches Spielzeug sowie fehlerhafte Elektrogeräte. Viele der Produkte enthalten zudem gesundheitsschädliche Chemikalien.

174 Millionen Euro Umsatz bei Shein

Angesichts der Berichte aus Frankreich fordern Greenpeace sowie der Handelsverband (HV) eine europaweite Sperre für Shein, die auch Österreich betreffen soll. HV-Geschäftsführer Rainer Will bezeichnete es als absurd, dass „E-Commerce-Plattformen aus Drittstaaten Milliarden Produkte freizügig anbieten und keinerlei Verantwortung dafür tragen. Heimische Händler müssen hingegen für jedes einzelne CE-Zeichen geradestehen.“ Das CE-Zeichen belegt, dass ein Produkt die Anforderungen der relevanten EU-Gesetzgebung in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz erfüllt.

Will stellte fest, dass der „unfaire Wettbewerb“ Shein bereits auf Platz fünf der umsatzstärksten Webshops in Österreich katapultiert hat: „174 Millionen Euro hat der Online-Ramschhändler im Vorjahr in Österreich erwirtschaftet.“

„Plattformen sperren – und zwar sofort“

Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich, fordert: „Wenn Unternehmen wie Shein unsere Standards ignorieren, dann müssen Behörden handeln und die Plattform sperren – und zwar sofort. Solche Konzerne dürfen in Europa keinen Freifahrtschein mehr haben.“

Zusätzlich sollte eine Plattformhaftung für eine korrekte Warendeklaration eingeführt werden, um die Einhaltung von Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Auch soll dadurch der Zoll- und Mehrwertsteuerbetrug besser aufgedeckt werden können. Gleichzeitig sollten die Zollbehörden in Österreich und allen anderen EU-Staaten verstärkt Kontrollen gegen Shein und andere asiatische Online-Händler durchführen.

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