Preisaufsicht in Oberösterreich: Bei jeder zehnten Kontrolle wurden Verstöße festgestellt

Feber 16, 2026 15:57
Preisaufsicht in Oberösterreich: Bei jeder zehnten Kontrolle wurden Verstöße festgestellt

Die oberösterreichische Preisaufsicht sorgt mit konsequenten Kontrollen für Transparenz im Handel.

Oberösterreich. Im Jahr 2025 führten die Preisauszeichnungsorgane des Landes insgesamt 2.366 Kontrollen durch und identifizierten dabei 242 Verstöße, was einer Beanstandungsquote von 10,23 Prozent entspricht. In der Lebensmittelbranche bestand besonders Handlungsbedarf: 364 spezifische Kontrollen führten zu 103 Berichten an die Bezirksverwaltungsbehörden, wobei fehlerhafte Rabattaktionen die häufigsten Beanstandungen darstellten. Positiv hervorzuheben ist, dass in sieben von 19 kontrollierten Branchen, darunter Märkte und Reisebüros, keinerlei Beanstandungen verzeichnet wurden. Darüber berichtet Welt Stimme.

„Preistransparenz ist kein bürokratisches Detail, sondern gelebter Konsument:innenschutz. Wer Preise klar auszeichnet, schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die wichtigste Währung im Handel“,

betont Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Digitale Preisschilder im Visier

Die zunehmende Umstellung auf elektronische Preisauszeichnungssysteme bringt neue Herausforderungen mit sich. Digitale Etiketten ermöglichen zwar schnelle Anpassungen, eröffnen jedoch auch die Möglichkeit dynamischer Preise in Echtzeit. „Digitale Preisschilder dürfen nicht zu analogen Überraschungen an der Kassa führen. Technologischer Fortschritt darf niemals zulasten der Preisklarheit gehen, es muss klare Spielregeln geben,“ warnt Kaineder.

Wie die Kontrollen ablaufen

Oberösterreich verfügt über zwei speziell geschulte Preisauszeichnungsorgane, unterstützt von einer Juristin. Die Kontrollen erfolgen unangemeldet, jedoch nicht anonym. Überprüft werden unter anderem die Vollständigkeit der Preisauszeichnung, Grundpreise, Pfandauszeichnung bei Getränken sowie abgelaufene Aktionen. Bei Rabattaktionen wird zudem der „niedrigste 30-Tage-Preis“ im EDV-System kontrolliert. „Die ausgewählten Artikel und das Preisschild werden immer sofort fotografiert, weil es in der Vergangenheit vorgekommen ist, dass über Überwachungskameras verfolgt wurde, welches Produkt ausgewählt wurde und dann hinter uns die Preisschilder ausgetauscht wurden,“ berichtet Christian Hammermüller, Gruppenleiter Wirtschaftsrecht beim Land Oberösterreich.

Im Jahr 2025 wurden unter anderem Apotheken, Sportfachgeschäfte, Lebensmittelhandel, Tankstellen, Gastgewerbe und Christkindlmärkte kontrolliert. „Kontrolle ist kein Misstrauen gegenüber der Wirtschaft, sondern ein Beitrag zu Fairness für alle. Unsere Devise lautet: beraten, wo möglich – einschreiten, wo notwendig,“ so Kaineder.

Preisradar und Anti-Mogelpackungs-Gesetz

Seit 2008 betreibt das Land das oberösterreichische Preisradar, welches wöchentlich die Preise von 17 gebräuchlichen Lebensmitteln in acht Supermarktketten erhebt. Als wichtigen Schritt zu mehr Transparenz bezeichnet Kaineder das Anti-Mogelpackungs-Gesetz: „Es braucht klare Regeln, damit versteckte Preiserhöhungen durch kleinere Packungsgrößen nicht unbemerkt bleiben. Wer Füllmengen reduziert, muss das klar und gut sichtbar kennzeichnen. Alles andere untergräbt Vertrauen.“

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