Österreichs Tourismus hat im Jahr 2024 das Vorkrisenniveau übertroffen: Erstmals seit der Pandemie verzeichnete das Land mehr Gäste und Nächtigungen als 2019. Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) prognostiziert für 2025 trotz neuer Höchstwerte eine spürbare Abflachung des Wachstums. Darüber berichtet Welt Stimme.
Im globalen Kontext hat der Tourismus im Jahr 2024 die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie endgültig überwunden. Mit rund 1,5 Milliarden internationalen Ankünften, was einem Anstieg von 12,4 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht, wurde das Niveau des Vorkrisenjahres 2019 wieder erreicht.
Österreich profitiert erheblich von dieser weltweiten Erholung, wie ein aktueller Bericht des WIFO zeigt. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie lagen sowohl die Gästeankünfte als auch die Nächtigungen 2024 leicht über dem Vorkrisenniveau, beide stiegen um 1,1 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 3,3 Nächte und damit genau den langjährigen Durchschnitt.
Mit dem Ende des pandemiebedingten Aufholprozesses treten nun regionale Wachstumsunterschiede zutage. Wien konnte mit einem Nächtigungszuwachs von 9,3 Prozent gegenüber 2023 deutlich zulegen und setzt damit die Entwicklung der Vorjahre fort. Im Gegensatz dazu verzeichneten Kärnten und Niederösterreich geringe Rückgänge, während Salzburg stagnierte. Alle übrigen Bundesländer berichteten über positive Ergebnisse.
Sommersaison wichtiger als Tourismus
Saisonal zeigt sich ein differenziertes Bild: Der Sommer hat sich als treibende Kraft der Erholung erwiesen. Die Sommersaison 2024 übertraf den Vergleichswert von 2019 um 3,3 Prozent. Auch die vorläufige Bilanz für den Sommer 2025 zeigt mit einem Nächtigungsplus von 2,2 Prozent positive Zeichen. Die Wintersaison bleibt jedoch hinter den früheren Werten zurück: Im Winter 2024/25 lagen die Nächtigungen um 0,7 Prozent unter dem Niveau des Winters 2018/19.
Für das Jahr 2025 erwartet das WIFO einen weiteren Anstieg der Nächtigungen. Obwohl ein neuer Höchstwert prognostiziert wird – von Januar bis September 2025 wurden bereits 128,4 Millionen Übernachtungen gezählt, was einem Anstieg von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht – dürfte die Wachstumsdynamik spürbar nachlassen. Dennoch spricht vieles dafür, dass Österreichs Tourismus seinen Aufwärtstrend fortsetzen kann.


