Der österreichische Automarkt hat sich 2025 mit über 280.000 verkauften Neuwagen besser geschlagen als erwartet, so Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg. Modelle aus dem Volkswagen-Konzern erreichen voraussichtlich einen Rekordmarktanteil von 39,9 Prozent. Schützinger zeigt sich optimistisch für 2026, gestützt auf solide Auftragseingänge. Darüber berichtet Welt Stimme.
SALZBURG. Schützinger erwartet, dass im kommenden Jahr zwischen 285.000 und 290.000 Autos in Österreich verkauft werden. Die 300.000er-Grenze werde aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht überschritten. Trotz der angespannten politischen Lage durch Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, China und Europa hat sich auch 2025 der Autohandel in Österreich positiver entwickelt als prognostiziert, so Schützinger, der die Porsche Holding mit 37.000 Mitarbeitern in 29 Ländern leitet.
VW führt vor Skoda und BMW in Österreich
Der Markt in Österreich wächst 2025 um 13,1 Prozent im Vergleich zu 2024, was die Erwartungen übertrifft. Volkswagen führt vor Skoda, BMW, Audi, Mercedes und Seat. Bei den meistverkauften Modellen stellt der VW-Konzern sieben der ersten zehn, wobei der Skoda Octavia vor dem VW Golf und dem Seat Ibiza an der Spitze steht. 16,6 Prozent der von der Porsche Holding in Österreich gelieferten Neuwagen sind bereits vollelektrisch. Nur in Schweden, wo 36,9 Prozent der Neuwagen elektrisch sind, liegt der Anteil höher.
Insgesamt war jedes fünfte 2025 neu zugelassene Fahrzeug in Österreich ein E-Auto, während der Dieselanteil auf knapp zwölf Prozent gesunken ist. Im Ranking der Marken mit den meisten E-Auto-Verkäufen führt Volkswagen vor BMW und Skoda, die Anfang nächsten Jahres mit Elroq und Enyaq auch die meistverkauften E-Modelle stellen werden.
Ziel ist: „Wir werden elektrisch“
Obwohl die EU das Verbot neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 aufgehoben hat, bleibt das langfristige Ziel bestehen, erklärt Schützinger: „Wir werden elektrisch.“ Eine zentrale Herausforderung bleibt die Wettbewerbsfähigkeit Europas gegen die wachsende chinesische Exportoffensive, insbesondere im Segment kleinerer E-Autos. Der Preiswettbewerb wird durch den Markteintritt chinesischer Hersteller intensiver werden, da bereits 40 Prozent der chinesischen Exporte nach Europa E-Autos sind.
In China hat die Porsche Holding mit Verkaufsrückgängen zu kämpfen. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der „China first“-Politik konnten im Premium-Segment nur 26.000 Fahrzeuge statt der ursprünglich angestrebten 40.000 verkauft werden. Um diesem Trend entgegenzuwirken, restrukturiert das Unternehmen sein Händlernetz; dies ist auch nötig, da Elektroautos im Luxussegment von den chinesischen Konsumenten derzeit kaum nachgefragt werden.
Über eine Million verkaufter Fahrzeuge
Die Porsche Holding expandiert 2025 in Schweden und Italien und verkauft insgesamt 875.000 Neufahrzeuge. Zusammen mit 223.000 Gebrauchtwagen übersteigt die Verkaufszahl erstmals eine Million Fahrzeuge. Die Mitarbeiterzahl bleibt konstant, da 1.500 neue Arbeitsplätze durch Reduzierungen in anderen Märkten ausgeglichen werden.
Zusätzlich investiert die Porsche Holding kräftig in neue Showrooms in Städten wie Innsbruck und Graz sowie in Hagelschutzmaßnahmen, einschließlich PV-Carports in Linz. Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt die Ausbildung von Lehrlingen in zehn Berufen. Schützinger betont: „Wir müssen uns unsere Fachkräfte sichern.“ Aktuell befinden sich 600 Lehrlinge in der Ausbildung, jährlich starten 200 neue.


