Insolvenzstatistik 2025: Wien verzeichnet einen Anstieg an abgewiesenen Verfahren trotz rückläufiger Eröffnungen

Jänner 12, 2026 19:08
Insolvenzstatistik 2025: Wien verzeichnet einen Anstieg an abgewiesenen Verfahren trotz rückläufiger Eröffnungen

Die Zahl der Insolvenzverfahren in Wien ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr gesunken, jedoch führt ein Anstieg der Verfahrensabweisungen zu einem neuen Rekord bei Unternehmenspleiten. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN. In seiner am Montag veröffentlichten Insolvenzstatistik 2025 bestätigt der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) einen Rückgang der eröffneten Insolvenzverfahren in Wien. Nach anfänglicher Prognose von 1.519 neuen Verfahren im Jahr 2024 wurden im Jahr 2025 bis dato 1.469 Verfahren eingeleitet, was einem Rückgang von 3,29 Prozent entspricht.

Doch der Rückgang der Verfahren bedeutet nicht, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwunden sind. Im Gegenteil: Es gab einen signifikanten Anstieg der sogenannten „Verfahrensabweisungsbeschlüsse“. Franz Blants vom AKV erläutert, dass diese Abweisung meist erfolgt, wenn Gläubiger – häufig öffentliche Stellen – ein Insolvenzverfahren beantragen, das Handelsgericht jedoch ablehnt, weil nicht ausreichend Vermögen zur Kostendeckung vorhanden ist.

Jeder Zweite abgewiesen

Der AKV meldet 1.228 Abweisungen, was einen Anstieg von 272 Fällen (plus 28,45 Prozent) im Vergleich zu 2024 darstellt. Fast jeder zweite Antrag (45,5 Prozent) wurde somit nicht eröffnet. Dies ist problematisch für Gläubiger und Unternehmen, die möglicherweise durch ein Sanierungsverfahren wieder auf die Beine hätten kommen können.

Die Kombination von eröffneten Insolvenzverfahren und Abweisungen ergibt insgesamt 2.697 Pleiten in Wien, was einen Anstieg von neun Prozent im Vorjahr bedeutet. In Österreich insgesamt gab es 7.156 Firmenpleiten, ein Plus von acht Prozent.

Der Rückgang der eröffneten Verfahren ist im Wesentlichen dem zweiten Halbjahr geschuldet. „In der ersten Jahreshälfte gab es aufgrund des wirtschaftlichen Zusammenbruchs mehrerer Immobilienkonzerne einen Anstieg der Insolvenzverfahren in Wien, während diese in der zweiten Jahreshälfte stark zurückgingen“, so die Erklärung.

Die größten Pleiten

Die größten Insolvenzen2015 in Wien betrafen erneut Signa, mit der SIGNA Prime Capital Invest (870 Millionen Euro Verbindlichkeiten), gefolgt von SIGNA sieben 2017 Prime Bet. GmbH (590 Millionen Euro) und SIGNA Prime CM 2017 GmbH (478 Millionen Euro). Auch die Pleite der SÜBA AG (261 Millionen Euro) hatte erhebliche Auswirkungen.

Die finanziellen Probleme bei Quester betrafen 314 Mitarbeiter, während auch 110 Angestellte bei Atlas Personal Management GmbH und 86 bei Ronex Bau GmbH betroffen waren.

Weniger Passiva und Optimismus

Branchenweise gab es die meisten Insolvenzen im Handel (347), gefolgt vom Bau (292) und dem Grundstücks- und Wohnungswesen (239). Die Gastronomie mit 234 Fälle konnte auf die vierte Position verdrängt werden.

Die Gesamtverbindlichkeiten sind jedoch mit 6,64 Milliarden Euro deutlich niedriger als die 8,10 Milliarden Euro im Jahr 2024. Die Wirtschaftsexperten des AKV prognostizieren für 2026 einen Rückgang bei den Verfahrenseröffnungen und Abweisungen auf etwa 2.600. Allerdings bleibt man vorsichtig optimistisch, da die wirtschaftlichen Prognosen eine langsame Erholung ankündigen und globale Unsicherheiten weiterhin die österreichische Exportindustrie belasten.

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