Mehr Sicherheit im Wald: Oberösterreich setzt auf Prävention und Ausbildung. Rund 500.000 Hektar Wald prägen das Land und sind Arbeitsplatz sowie Wirtschaftsmotor. Doch die Arbeit birgt Risiken. Eine neue Initiative soll Unfälle vermeiden und Wissen fördern.
OBERÖSTERREICH. Der Wald ist ein zentrales Element der oö. Landschaft und nimmt fast die Hälfte der Landesfläche ein. Jedoch ist die Arbeit im Wald mit erheblichen Gefahren verbunden. Forstarbeiterinnen und Forstarbeiter sind täglichen Herausforderungen wie schweren Maschinen, scharfem Werkzeug und variierenden Bedingungen ausgesetzt. Insbesondere bei der Holzernte mit Motorsägen ist das Unfallrisiko hoch. Landesrätin Michaela Langer-Weninger weist darauf hin, dass durch verbesserte Vorbereitung und Sicherheitsmaßnahmen viele Gefahren abgewendet werden können. Sie betont:
„Stress und unnötige Risiken schaffen gefährliche Situationen. Nehmen wir uns die Zeit, so risikoarm wie möglich im Wald zu arbeiten.“
Im Jahr 2024 wurden in Österreich 43 tödliche Unfälle im Zusammenhang mit Waldarbeiten registriert, darunter fünf in Oberösterreich. Besonders ältere Menschen sind betroffen, da sie oft allein arbeiten und die körperlichen Anforderungen unterschätzen. Die Landesrätin empfiehlt landwirtschaftlichen Betrieben, riskante Arbeiten an professionelle Forstdienstleister zu vergeben. Zudem wurden 684 Arbeitsunfälle bei Waldarbeiten erfasst, davon 164 in Oberösterreich.
Sicherheit durch Wissen und Ausrüstung
Eine sichere Waldarbeit setzt die richtige Ausbildung und Vorbereitung voraus. Fachliche Qualifikationen, das Wissen über Sicherheitsvorschriften und der Einsatz geeigneter Maschinen sind entscheidend. Ebenso wichtig ist die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung wie Schutzhelm, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe. Laut Langer-Weninger geschehen viele Unfälle infolge von Zeitdruck, Routine oder fehlenden Kenntnissen im Umgang mit der Motorsäge. Sie appelliert an alle Waldarbeiter, sich genug Zeit für Sicherheitschecks und die Arbeitsvorbereitung zu nehmen.
Die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) fördert eine Sicherheitsoffensive. SVS-Obmann Peter Lehner erklärt:
„Unfallprävention braucht Wissen und Ausrüstung. Wir investieren 13 Millionen Euro in Sicherheit für unsere Versicherten.“
Der sogenannte „Sicherheitshunderter“ bietet finanzielle Unterstützung für Maßnahmen wie Motorsägenkurse, Schutzausrüstung und Sicherheitsüberprüfungen.
Ausbildung als Schlüssel zur Unfallvermeidung
Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich setzt auf umfassende Ausbildung und praxisnahe Weiterbildung. Seit 2000 haben über 2.500 Personen die Forstfacharbeiterprüfung oder den Forstwirtschaftsmeisterbrief erfolgreich abgelegt. Zusätzlich bietet das Ländliche Fortbildungsinstitut spezielle Motorsägen- und Arbeitstechnikkurse an. Besonders erfolgreich ist die Ausbildungsreihe „Frauen im Wald“, die speziell für Frauen konzipiert wurde.
Die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen (FAST) führt ebenfalls Kurse zur sicheren Waldarbeit durch. Leiter Florian Hader hebt hervor:
„Die Fällung ist die gefährlichste Tätigkeit. Zwei Drittel der schwersten Unfälle passieren hier.“
Er empfiehlt, niemals allein zu arbeiten, Stress zu minimieren und gefährliche Bereiche konsequent freizuhalten. Moderne Maschinen erleichtern die Arbeit, ersetzen jedoch nicht die nötige Vorsicht.
Durch Ausbildung, präventive Maßnahmen und moderne Techniken sollen Unfälle reduziert und die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes gefördert werden. Darüber berichtet Welt Stimme.


