Nothegger-Sanierungsplan vertagt: Abstimmung erst Ende November

Oktober 20, 2026 02:38
Nothegger-branded trucks parked in a mountain village setting.

Im Insolvenzverfahren der Nothegger Transport Logistik GmbH hat das Landesgericht Innsbruck am 19. Oktober 2026 nicht über den Sanierungsplan abstimmen können. Die Entscheidung wurde auf den 30. November 2026 vertagt.

Damit bleibt die Zukunft des insolventen Unternehmens vorerst offen. Nach Angaben aus dem Verfahren sind wesentliche Fragen zur Finanzierung und zu den offenen Forderungen noch ungeklärt.

Im Verfahren haben 444 Gläubiger Forderungen von insgesamt rund 86,06 Millionen Euro angemeldet. Laut Alpenländischem Kreditorenverband wurden davon bislang Forderungen in Höhe von rund 29,6 Millionen Euro anerkannt; die übrigen Forderungen sind derzeit bestritten.

Der vorgelegte Sanierungsplan sieht eine Quote von 20 Prozent vor, die innerhalb von zwei Jahren in vier Raten zu je fünf Prozent bezahlt werden soll. Nach dem Plan wäre die erste Zahlung binnen 60 Tagen fällig, die weiteren zu den Terminen 30. September 2027, 31. März 2028 und 30. September 2028.

Die Finanzierung der ersten Rate ist nach den vorliegenden Angaben noch nicht gesichert. Vorgesehen ist unter anderem, einen Teil der Mittel über den Verkauf einer Wiener Liegenschaft aufzubringen, die einer mit der insolventen Gesellschaft verbundenen Firma gehört. Der Kreditschutzverband von 1870 verweist jedoch darauf, dass bislang keine belastbaren Unterlagen zum endgültigen Abschluss des Verkaufs und zu einem möglichen Geldfluss nach der Befriedigung besicherter Gläubiger vorliegen.

Zusätzlich soll die Quote aus dem laufenden Betrieb finanziert werden. Der KSV1870 hält die geplanten Maßnahmen für ambitioniert; laut seiner Einschätzung lassen die Planrechnungen für 2027 und 2028 nur operative Ergebnisse im niedrigen einstelligen Bereich erwarten, größere Reserven seien nicht vorgesehen.

Nach Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbands wurde der Fuhrpark bereits reduziert und der Standort Fürnitz geschlossen. Weitere Standortschließungen werden demnach geprüft, ebenso eine Verringerung des administrativen Personals, effizientere Abläufe in der Disposition sowie ein stärkerer Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Der intermodale Verkehr wurde vorläufig aufgegeben, weil es bei der Abwicklung mit ausländischen Bahnpartnern zu Problemen gekommen sei.

Auch eine neue Factoringvereinbarung und mögliche zusätzliche Mittel der Hauptgesellschafterin Nothegger Holding GmbH stehen im Raum. Kommt der Sanierungsplan nicht zustande, wäre eine Schließung und Liquidation eine mögliche Folge. Nach Einschätzung des KSV1870 könnten dabei zusätzliche Kosten etwa durch Ansprüche von Mitarbeitern und mögliche Schadenersatzforderungen von Leasinggesellschaften entstehen. Der Alpenländische Kreditorenverband hält zugleich fest, dass eine Schließung und Liquidation aus heutiger Sicht für die Gläubiger nicht zwingend vorteilhafter wäre.

Die Abstimmung über den Sanierungsplan ist nun für den 30. November angesetzt. Erst dann wird sich entscheiden, ob der Plan die nötige Mehrheit erhält.

„Die Unternehmensfortführung im Rahmen des Insolvenzverfahrens hat keine spürbaren Überschüsse erbracht“, meint Klaus Schaller, Leiter des KSV1870. Er betonte gegenüber dem Management der Nothegger Transport Logistik GmbH wiederholt, dass eine zeitnahe Auszahlung einer fünfprozentigen Barquote von der Gläubigerschaft erwartet werde.

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