Am oberösterreichischen Arbeitsmarkt zeigt sich eine leichte Entspannung. Während die Arbeitslosenquote im Vorjahr bei 5,4 Prozent lag, wird die Zahl der Menschen ohne Job 2026 wieder sinken, erklärt AMS OÖ-Chefin Iris Schmidt. Allerdings erwartet sie eine echte Entspannung erst im dritten oder vierten Quartal. Der Fokus der Arbeitsvermittler liegt in diesem Jahr auf der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, der Unterstützung junger Arbeitsloser und dem Projekt „Join Mint“. Darüber berichtet Welt Stimme.
In Oberösterreich zeigt sich auch die angespannte Budgetsituation des Bundes beim AMS OÖ. Heuer stehen den Arbeitsvermittlern 158 Millionen Euro zur Verfügung, eine minimale Steigerung im Vergleich zu 157,4 Millionen Euro im Vorjahr, trotz des stark wachsenden Bedarfs an Fort- und Ausbildung. „Das Budget ist angesichts der hohen Arbeitslosigkeit nicht ausreichend“, so Iris Schmidt. Aufgrund der knappen Mittel müssen Prioritäten gesetzt werden – bestimmte „Interventionen“ sind momentan nicht sinnvoll, da sie nicht leistbar sind. Daher konzentriert man sich auf zielgerichtete Schwerpunkte, darunter die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Initiative „Join Mint“. Letztere soll Schüler und junge Erwachsene für Technik begeistern, hervorgehoben wird der „Star Truck“, ein umgebauter Lkw, der demnächst durch das Land touren wird.
Ein zentraler Eckpfeiler der Arbeitsmarktpolitik in Oberösterreich ist das Programm „Upper Work 2030“, in dem AMS, Land OÖ, Sozialpartner und Unternehmen seit Jahren zusammenarbeiten. Laut Schmidt werden in diesem Jahr in allen Upper Work-Angeboten Basiskompetenzen in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz vermittelt. Des Weiteren entsteht ein Campus für nachhaltige Logistik und Mobilität, und Initiativen wie Urban Gardening und „Zero Waste Kitchen“ werden ins Leben gerufen. Diese Initiativen zielen darauf ab, Personen anzusprechen, die über „normale Angebote“ nicht erreichbar sind.
Regionale Unterschiede und Bildungskarenz-Nachfolge
Die Unterschiede bei der Arbeitslosenquote in Oberösterreich sind derzeit besonders auffällig. In Regionen mit hohem Industrieanteil wie Linz, Wels, Steyr oder dem Bezirk Braunau liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 7 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichnen manche Bezirke wie Grieskirchen, Freistadt oder Rohrbach Vollbeschäftigung, also weniger als 3,5 Prozent Arbeitslose.
Das Ende der Bildungskarenz, die von vielen Frauen zur Verlängerung der Karenz genutzt wurde, sorgte im Vorjahr für große Aufregung. Laut Schmidt seien aktuell noch einige Bezieherinnen im AMS-System. Mit dem Start der Weiterbildungszeit im Juni beginne das Nachfolgemodell, zu dem bereits erste Anfragen vorliegen, wie die AMS OÖ-Chefin berichtet.


