Volles Haus bei der Wirtschaftskammer (WKO) in Wels: Der diesjährige Neujahrsempfang der Unternehmer aus der Region bot einen tiefen Einblick in die wirtschaftliche Lage, präsentiert von WIFO-Spezialist Gabriel Felbermayr. Darüber berichtet Welt Stimme.
WELS. Rund 250 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region folgten der Einladung der hiesigen Wirtschaftskammer (WKO) zum diesjährigen Neujahrsempfang. Gabriel Felbermayr, Direktor des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), beleuchtete die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre und wagte Ausblicke auf die Zukunft der heimischen Wirtschaft. In seinem Vortrag mit dem Titel „Eine verlorene Dekade? – Wie kommt Österreich zurück auf die Überholspur?“ erörterte er die aktuelle Lage und setzte diese in einen internationalen Kontext.
Wirtschaft in Not
Trotz wachsender Bevölkerungszahlen hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit sieben Jahren nicht wesentlich erhöht. „Dadurch ist die Wirtschaftsleistung pro Kopf rückläufig“, erklärte Felbermayr während seines Vortrags. Er sieht einen wesentlichen Grund in der anhaltenden Wirtschaftsflaute in Deutschland, die sich bereits vor der Pandemie ab dem Jahr 2017 abzeichnete. Deutschland gilt als der wichtigste Handelspartner Österreichs. Zudem nannte Felbermayr hohe Energie- und Lohnkosten als weitere Belastungsfaktoren für den Wirtschaftsstandort.
Raus aus der Flaute
Aktuell zeichnet sich jedoch ein vorsichtig positives Bild ab: Für dieses Jahr und die Folgejahre wird ein zartes Wirtschaftswachstum erwartet. Das „Tal der Tränen“ sei, so Felbermayr, durchschritten. Nun brauche es in der Politik laut dem Fachmann vor allem „Mut“. Eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie weitere Maßnahmen sollten die Investitionsbereitschaft der Wirtschaft befeuern.


