Gastgewerbefachschule GAFA: Obmann Peschta weist Verkaufspläne zur Liegenschaft am Judenplatz zurück

Feber 20, 2026 13:37
Gastgewerbefachschule GAFA: Obmann Peschta weist Verkaufspläne zur Liegenschaft am Judenplatz zurück

Medienbericht über die Gastgewerbefachschule GAFA am Judenplatz

Die Gastgewerbefachschule „GAFA“ am Judenplatz steht im Fokus eines Medienberichts. Darin ist von einer möglichen Verwertung der Liegenschaft und auch von „zweifelhaften Deals“ im Umfeld der Obmann-Kür im Vorjahr die Rede. Fachgruppen-Obmann Thomas Peschta von der Wirtschaftskammer Wien (WKW) weist gegenüber Welt Stimme Gespräche zum Verkauf zurück.

WIEN. Das „Haus der Wiener Gastwirte“ am Judenplatz 3–4 ist seit Jahrzehnten Sitz der Gastgewerbefachschule „GAFA“. Laut einem dem „Kurier“ vorliegenden Gutachten könnte die Liegenschaft rund 30 Millionen Euro wert sein. Wie das Medium berichtet, sollen Überlegungen bestehen, die Schule umzusiedeln und das Gebäude wirtschaftlich zu verwerten.

Diese Diskussion entfaltet sich in einer Zeit, in der WKW-Präsident Walter Ruck zunehmend in der Kritik steht. Im Bericht wird auf Vorwürfe bezüglich Postenvergaben sowie auf den Verkauf des Gewerbehauses 2019 verwiesen, bei dem der Kammer zufolge ein Schaden von 14 Millionen Euro entstanden sein soll.

Obmann-Wahl und kolportierte Verwertungspläne

Die Bestellung von Thomas Peschta zum Obmann der Fachgruppe Gastronomie wird ausführlich behandelt. Nach der WKW-Wahl im März des Vorjahres erzielte zunächst der Sozialdemokratische Wirtschaftsverbund (SWV) die meisten Stimmen in der Fachgruppe und sprach von einem „sensationellen Ergebnis“.

Trotzdem übernahm nicht die Spitzenkandidatin des SWV die Funktion, sondern Peschta vom Wirtschaftsbund. Der „Kurier“ berichtet in diesem Zusammenhang von „zweifelhaften Deals“. Demzufolge soll es im Zuge interner Gespräche auch um eine mögliche „alternative Verwertung“ der GAFA gegangen sein.

Peschta äußerte sich in dem Bericht zurückhaltend zur Frage seiner Bestellung und erklärte, dass der SWV gefragt werden müsse, warum er auf den Posten verzichtet habe. Er betonte: „Ich freue mich, dass das Vertrauen in meine Person groß ist. Ich habe eine bunte Koalition hinter mir.“ Zudem räumte er ein, dass es „Gespräche zwischen den Fraktionen auf höherer Ebene“ gegeben habe. Seit Mitte Mai 2025 ist Peschta offiziell Obmann der Fachgruppe Gastronomie und vertritt rund 8.500 Wiener Betriebe.

Zur Zukunft der Gastgewerbefachschule am Judenplatz erklärte Peschta: „Das Haus bleibt im Eigentum der Fachgruppe.“ Die Schule werde „vorerst“ nicht umziehen, doch er könne nicht in die Zukunft schauen. Aktuell würden „unterschiedliche Szenarien geprüft“, darunter auch die Bündelung tourismusnaher Einrichtungen in einem „Tourismus-Cluster am Währinger Gürtel“.

Peschta: „Gab nie Gespräche zu dem Thema“

Für den Fall einer Veränderung stellte Peschta klar: „Ein Leerstand wäre zu vermeiden.“ Es sei nötig, „zu überlegen, wie man mit dem Haus Finanzmittel lukrieren kann, die der Schule und den Schülern zugutekommen“. Seine Priorität liege darauf, die „hohe Qualität und eine gute Zukunft der GAFA sicherzustellen“.

Auf Nachfrage von Welt Stimme dementierte Peschta die kolportierten Verwertungspläne: „Unter meiner Obmannschaft gab es nie Gespräche zu dem Thema Verkauf der Liegenschaft, sondern immer nur zur Sicherung der Zukunft der GAFA.“ Das Gebäude am Judenplatz sei im alleinigen Eigentum der Fachgruppe Gastronomie „und das wird auch so bleiben“. Zum Schulbetrieb erklärte Peschta: „Dieser ist ein maßgebliches Interesse der FG Gastronomie und wird auch weiterhin als solches betrachtet.“ Die Standortfrage sei damit nicht verbunden; die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler habe oberste Priorität.

Fragen zu den damaligen Personalentscheidungen innerhalb der Fachgruppe blieben sowohl von Peschta als auch von der Wirtschaftskammer Wien unbeantwortet.

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