Konkursverfahren gegen Domaines Kilger GmbH eröffnet
Am Montag wurde am Landesgericht Graz ein Insolvenzverfahren gegen die Domaines Kilger GmbH & Co KG eröffnet, die unter dem bayerischen Unternehmer Hans Kilger firmiert. Betroffen sind auch die Wohnothek und das Ratschen in Deutsch Schützen, die zu 100 Prozent Tochtergesellschaften von Domaines Kilger sind. Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) informierte darüber. Darüber berichtet Welt Stimme.
Das Unternehmen mit Sitz in Gamlitz ist auf die Produktion und den Vertrieb hochwertiger Lebensmittel spezialisiert, insbesondere im Großhandel mit Wein und Spirituosen. Darüber hinaus hält die Firma Anteile an verschiedenen Unternehmen, darunter das Ratschen und die Wohnothek in Deutsch Schützen, die 2006 von Gerda und Josef Wiesler gegründet wurden.
Die vergangenen Jahre waren durch eine expansive Entwicklung geprägt: 2021 modernisierte das Restaurant Ratschen, und es fand der Spatenstich für eine Erweiterung der Wohnothek um einen Wellnessbereich und ein Bistro statt, die 2022 eröffnet wurden. Zu dieser Zeit war das Unternehmen bereits an Hans Kilger verkauft, und Josef Wiesler fungierte nur noch als Geschäftsführer.
Ungewisse Zukunft für Ratschen und Wohnothek
Die Insolvenz der Muttergesellschaft wirft Fragen zur Zukunft des beliebten Tourismusbetriebs auf. „Über die Auswirkungen kann ich momentan nichts sagen, da ich also kein Insolvenzrechtsexperte bin. Ich habe von der Insolvenz nur über Medienberichte erfahren. Wir erwarten in den nächsten Tagen weitere Informationen und werden nächste Woche mehr wissen“, erklärte Markus Gerauer, Geschäftsführer des Ratschen. „Die geplante Wiedereröffnung nach der Winterpause wird sich auf jeden Fall verzögern.“
Rechtsanwalt Michael Pacher aus Graz wurde zum Masseverwalter für das Konkursverfahren bestellt. Der Ausgang hängt maßgeblich von der Möglichkeit eines Sanierungsplans ab, den Hans Kilger möglicherweise vorlegt, sowie von der Akzeptanz durch die Gläubiger. Eine erste Gläubigerversammlung ist für den 12. März angesetzt.
Ratschen darf kein „Lost Place“ werden
Josef Wiesler, der das Ratschen und die Wohnothek gründete, äußerte sich besorgt über die Situation. „Ich bin vor über einem Jahr ausgestiegen und die Insolvenz der Muttergesellschaft hat mich überrascht. Nach einem schwierigen Jahr 2025 wird es dem Tochterunternehmen wohl ähnlich ergehen. Es ist wichtig, dass es eine Nachfolgelösung gibt. Das Ratschen darf kein ‚Lost Place‘ werden. Ich werde alles daran setzen, dass es weitergeht und die Zusammenarbeit mit dem Masseverwalter ist dafür unerlässlich.“


