Vier Millionen Euro für die Modernisierung der Tourismusschulen Bad Gleichenberg in der Steiermark

Feber 27, 2026 14:37
Vier Millionen Euro für die Modernisierung der Tourismusschulen Bad Gleichenberg in der Steiermark

Umfassende Modernisierung der Tourismusschulen Bad Gleichenberg

Die Tourismusschulen Bad Gleichenberg erfahren eine umfassende Modernisierung, deren Investitionsvolumen rund vier Millionen Euro beträgt. Diese Mittel fließen in die Infrastruktur, das Internat, innovative Lernräume sowie in die Internationalisierung. Darüber berichtet Welt Stimme.

BAD GLEICHENBERG. Die Privatschule in Bad Gleichenberg ist die einzige von insgesamt 26 Tourismusschulen in Österreich, die sich in der Steiermark befindet. Seit rund 77 Jahren ist sie im südoststeirischen Kurort eine Kaderschmiede für Fachkräfte und Führungspersönlichkeiten in der Nachbarschaft zur Landesberufsschule für Tourismus und Kulinarik sowie zur FH Joanneum.

Unter der Leitung des neuen Direktors Alfred Tieber plant die WKO Steiermark, die traditionsreiche Einrichtung nachhaltig zu stärken und weiter als „Center of Excellence“ für Tourismus, Hotellerie und Gastronomie zu entwickeln. Die Schwerpunkte liegen auf Modernisierung, Internationalisierung und der Einführung von zwei neuen Vertiefungen. Angesichts des Fachkräftemangels im Urlaubsland Steiermark hat Landeshauptmann Mario Kunasek eine Beteiligung am Projekt in Höhe von 1,5 Millionen Euro zugesagt. Für die Landesregierung sei es ein logischer Schritt, diese Modernisierung zu unterstützen, um den steirischen Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig zu stärken. Weitere 700.000 Euro stammen aus Bundesmitteln, der Rest wird von der Wirtschaftskammer getragen.

Klassische Klassenzimmer weichen modernen Erlebniszonen, die den Unterricht und das Lernen innovativer gestalten sollen. Außerdem wird die Vernetzung mit Unternehmen intensiviert. Seit dem Vorjahr führt die enge Kooperation mit der Wirtschaft zur „Business Angel“-Initiative, die Förderer für die Schülerinnen und Schüler akquirieren soll. Bisher konnten 150.000 Euro durch diese Initiative generiert werden, um den Zugang zu hochwertiger Ausbildung unabhängig von finanziellen Mitteln zu ermöglichen.

International wettbewerbsfähig bleiben

Mit der Modernisierung sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, „um auch künftig im internationalen Wettbewerb ganz vorne mitzuspielen“, erklärt der steirische WK-Präsident Josef Herk. Dies sei jedoch eine Herausforderung, wie Christian Schweinzer, Kurator der Tourismusschulen Bad Gleichenberg, bestätigt: „Andere Standorte wie Klessheim bei Salzburg haben viel investiert. Bad Gleichenberg muss unbedingt nachziehen.“ Johann Spreitzhofer, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, macht deutlich: „Mit vier Millionen Euro wird es nicht getan sein. Weitere Schritte sind notwendig.“

Der Unterricht wird künftig international ausgerichtet und das Tourismuskolleg wird auch in englischer Sprache geführt. Ab dem Schuljahr 2026/2027 starten zwei neue Vertiefungen mit den Themen „Start-up, Innovation Management & Event Design“ und „Smart Digital Solutions & AI Management“. „Tourismus ist heute mehr denn je ein Innovations- und Managementgeschäft. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und unternehmerisches Denken sind keine Zusatzqualifikationen mehr, sondern Kernkompetenzen“, so Schweinzer.

Direktor Alfred Tieber fokussiert nicht nur auf die Internationalisierung und Rekrutierung von potenziellen Fachkräften in Ländern wie Indien und China, sondern auch auf lokale Schülerinnen und Schüler aus der Obersteiermark und dem Burgenland, die gegebenenfalls mit Shuttlediensten nach Bad Gleichenberg gebracht werden sollen. Innerhalb von fünf Jahren soll die Schülerzahl von aktuell 280 auf insgesamt 600 verdoppelt werden. Neben der Tourismusschule gehören zur Bildungseinrichtung auch das Wirtschaftskundliche Privatgymnasium, die Genussakademie sowie das Hotelfachschule und das Tourismuskolleg.

In Bezug auf die spätere Beschäftigung der Absolventen gibt sich Teeber optimistisch: „Wir werden für alle einen Job finden“, dank eines Netzwerks aus ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die heute Führungspositionen weltweit einnehmen. Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner freut sich ebenfalls über die Investition in die Zukunft junger Menschen und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Tourismuslandes Steiermark. Besonders wichtig sei ihr, dass am Standort Fach- und Führungskräfte für die steirischen Regionen ausgebildet werden.

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