Vorwürfe gegen Tischtennis-Verband: Sportministerium verhängt Förder-Stopp
Im Zuge mehrfacher Medienberichte über unangemessenes Verhalten eines Tischtennis-Trainers gegenüber minderjährigen Spielerinnen hat das österreichische Sportministerium am 9. März 2026 einen sofortigen Stopp aller Fördermaßnahmen sowie der Rechnungsabwicklung gegenüber dem Tischtennis-Verband verhängt. Diese Maßnahme ist Reaktion auf mögliche Versäumnisse des Verbands, die sich in der Nichtbeachtung eines angemessenen Umgangs mit den erhobenen Vorwürfen zeigen. Darüber berichtet Welt Stimme.
In einer am Montag veröffentlichten Aussendung teilte Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt mit, dass der Stopp bis zur vollständigen Klärung der Vorwürfe und der Implementation eines effektiven Präventions- und Integritätsmanagements aufrechterhalten bleibt. „Vorwürfe von Fehlverhalten innerhalb des gesamten Verbandes und der Vereine müssen konsequent, unabhängig und professionell aufgearbeitet werden“, so Schmidt.
Die Entscheidung des Sportministeriums folgt auf Vorwürfe zur möglichen Verletzung der Förderverträge, in denen Maßnahmen zur Wahrung des Schutzes und der Integrität von jugendlichen Sportlern verankert sind. Schmidt erklärte weiter: „Es kann nicht sein, dass ein Umfeld entsteht, in dem sich Trainer:innen an Jugendlichen vergehen können. Präventionskonzepte müssen gelebt und nicht nur theoretisch diskutiert werden.“ Die Vorwürfe beziehen sich unter anderem auf anstößige Nachrichten und die unangemessene Kommunikation zwischen Trainern und Jugendlichen.
Der Vorfall kam ans Licht, als die OÖN im November 2025 über ein abgebrochenes Nachwuchstraining im LIVA-Sportpark Lissfeld berichteten, was in eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung mündete. Der betroffene Trainer ist bis auf weiteres von seinen Funktionen ausgeschlossen, jedoch erlitt die Untersuchung durch die Schilderungen einer monatelangen Recherche des Standard zusätzliche Brisanz. Berichtet wurde von weitreichenden Fehlverhalten, die im österreichischen Tischtennis-System offenbar systemisch verankert sind.
Österreichs Tischtennis-Verband (ÖTTV) und dessen Präsident Wolfgang Gotschke erklärten mehrfach, dass sie alles zur Aufklärung des Vorfalls beitragen würden. Dennoch wurde kritisiert, dass ein Vorstandsmitglied dem beschuldigten Trainer weiterhin Rollen im Nachwuchsbereich in seinem Verein übertrug, was die Integrität des gesamten Systems infrage stellt und die Ernsthaftigkeit der Verbandsführung in dieser Angelegenheit in Frage stellt.
Schmidt wurde mit den Worten zitiert: „Ich will, dass Mädchen und Frauen im österreichischen Tischtennis sicher sind. Die im Raum stehenden Vorwürfe sind erschreckend und dürften im Verband schon länger bekannt sein. Unter den derzeitigen Voraussetzungen kann ich es nicht verantworten, solche Zustände mit Steuergeldern zu unterstützen.“ Die öffentliche Wahrnehmung wird durch diese Vorfälle enorm beeinflusst, und die Erwartungen an den Verband, gerechte Reformen und Maßnahmen zur Schaffung eines sicheren Umfelds für alle Sportlerinnen und Sportler umzusetzen, sind hoch.
Hintergrund und Reaktionen
Der Vorfall hat in einer breiten Öffentlichkeit Fragen zur Sicherheitslage im Nachwuchsleistungssport aufgeworfen. Diskutiert wird, wie gut die bestehenden Strukturen und Maßnahmen zum Kinderschutz im Sport tatsächlich funktionieren. Stimmen aus der Politik und der Gesellschaft fordere mehr Transparenz und Accountability von Sportorganisationen, um solch gravierende Missstände in Zukunft zu verhindern.
Die öffentliche Debatte über die Sicherheit von Sportlerinnen, insbesondere im Jugendbereich, hat durch diesen Vorfall an Dringlichkeit zugenommen. Es wird nun erwartet, dass nicht nur der Tischtennis-Verband, sondern auch andere Sportarten ihre Präventionsstrategien überprüfen und sicherstellen, dass derartige Vorfälle so früh wie möglich entdeckt und unterbindet werden können.


