Gewaltsame Auflösung von Frauenrechtsdemonstration in Herat
In der westafghanischen Provinz Herat haben Sicherheitskräfte der Taliban Augenzeugen zufolge eine Demonstration für Frauenrechte gewaltsam aufgelöst. Die Proteste entbrannten, nachdem die Taliban-Sittenpolizei mehrere Frauen wegen angeblicher Verstöße gegen die Kleiderordnung festgenommen hatte.
Bei den Auseinandersetzungen wurde ein Mensch getötet und mehrere weitere Personen verletzt. Dutzende der Festgenommenen seien Frauen und Mädchen gewesen. Die genauen Zahlen der Opfer und Festnahmen wurden von den Taliban-Behörden nicht bestätigt.
Der Leiter der Sittenpolizei in Herat, Scheich Azizur Rahman al-Muhājir, wies Berichte über Festnahmen zurück und erklärte, seine Inspektoren hätten nur Anleitungen gegeben. Ein Polizeisprecher hingegen bezeichnete die Versammlung als Störung der öffentlichen Ordnung. Augenzeugen berichteten von Übergriffen auf Frauen, die sich an die Kleiderordnung hielten.
Ein nicht verifiziertes Video zeigt bewaffnete Sicherheitskräfte, die eine Demonstration auflösen, während Schüsse zu hören sind. Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 wurden die Rechte von Frauen und Mädchen erheblich eingeschränkt, was international scharfe Kritik auf sich zog.
Einordnung
Die gewaltsame Auflösung der Demonstration verdeutlicht die anhaltenden repressiven Maßnahmen der Taliban gegenüber Frauen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Grundrechte der Frauen in Afghanistan, sondern verschärft auch die internationale Kritik an der Taliban-Regierung.


