Putins Sonderbeauftragter Dmitrijew wirbt vor Landtagswahl für AfD und Nord-Stream-Gas

September 21, 2026 14:15
Putins Sonderbeauftragter Dmitrijew wirbt vor Landtagswahl für AfD und Nord-Stream-Gas
Putins Sonderbeauftragter Dmitrijew wirbt vor Landtagswahl für AfD und Nord-Stream-Gas

Der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten Wladimir Putin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew, hat wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern öffentlich für eine Zusammenarbeit mit der deutschen Partei AfD geworben. In einem Beitrag auf X stellte Dmitrijew eine Rückkehr von billigem russischem Gas über die Pipeline Nord Stream in Aussicht und verband dies mit niedrigeren Energiekosten, neuen Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Wachstum.

Seine Äußerungen wurden am 19. September 2026 bekannt. Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern war für den 20. September angesetzt. Dmitrijew schrieb, die Region könne wieder aufblühen, wenn durch eine Kooperation mit der AfD günstiges Gas über Nord Stream nach Deutschland zurückkehre. Damit bezog ein Vertreter der russischen Präsidialverwaltung unmittelbar vor einer deutschen Regionalwahl Stellung zugunsten einer politischen Partei und eines zentralen energiepolitischen Themas.

Russische Botschaft im Wahlkampf

Die Erklärung Dmitrijews wurde als Wahlkampfunterstützung für die AfD eingeordnet. Journalisten werteten den Beitrag zugleich als Versuch Moskaus, die politischen Debatten in Deutschland zu beeinflussen. Die Verbindung zwischen der AfD, einer möglichen Rückkehr russischer Gaslieferungen und wirtschaftlichen Versprechen gibt der Stellungnahme einen klaren innenpolitischen Bezug.

Der Beitrag erschien nicht als allgemeine Erklärung zur internationalen Energiepolitik, sondern im zeitlichen Umfeld der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Dmitrijew richtete seine Aussage zudem an eine regionale Öffentlichkeit, obwohl die von ihm angesprochene Energiepolitik nicht allein auf Landesebene entschieden werden kann. Die politische Zuständigkeit für die zentralen Rahmenbedingungen liegt auf Bundes- und europäischer Ebene.

Die Berichterstattung über Dmitrijews Wahlkampfäußerung stellte die Erklärung in den Zusammenhang mit der Debatte über russische Energieexporte und die politische Ausrichtung der AfD.

Nord Stream und europäische Zuständigkeiten

Eine regionale Regierung in Deutschland kann die Rückkehr russischen Pipelinegases nicht eigenständig beschließen. Nach der vorliegenden Darstellung werden die maßgeblichen Entscheidungen zur Energiepolitik auf Bundes- und EU-Ebene getroffen. Zudem unterliegen Lieferungen russischen Pipelinegases den Sanktionen der Europäischen Union. Die Forderung nach einer Wiederaufnahme solcher Lieferungen ist daher nicht nur eine Frage der Landespolitik.

Dmitrijew stellte in seinem Beitrag einen direkten Zusammenhang zwischen russischem Gas, niedrigeren Energierechnungen, Beschäftigung und Wachstum her. Diese Versprechen wurden in der politischen Debatte über die AfD als Rückkehr zu einem früheren energiepolitischen Modell interpretiert. Die Partei wirbt für die Wiederherstellung günstiger russischer Gaslieferungen nach Deutschland. Die Aussagen des russischen Sonderbeauftragten greifen dieses politische Thema unmittelbar auf.

Die Debatte knüpft an die Energiekrise des Jahres 2022 an. Deutschland war damals in hohem Maß von russischen Lieferungen abhängig. In der vorliegenden Bewertung wird die Forderung nach einer erneuten Abhängigkeit deshalb als politisch problematisch beschrieben. Eine Rückkehr zu russischen Energieträgern könnte Deutschland nach dieser Einschätzung erneut anfällig für politischen Druck machen.

AfD und russische Energieinteressen

Die öffentliche Unterstützung durch Dmitrijew wurde als Hinweis auf eine inhaltliche Übereinstimmung zwischen der russischen Argumentation und der energiepolitischen Rhetorik der AfD gewertet. Daraus leiteten die Berichterstatter den Vorwurf ab, die Partei vertrete Interessen, die mit den Zielen des Kremls übereinstimmen. Die politische Bedeutung dieser Einordnung liegt vor allem darin, dass ein offizieller Vertreter Russlands kurz vor der Wahl ein zentrales AfD-Narrativ aufgriff.

Die Forderung nach billigem russischem Gas lässt zugleich die Frage offen, unter welchen politischen Bedingungen solche Lieferungen künftig erfolgen würden. In der vorliegenden Darstellung wird darauf verwiesen, dass russische Energieträger nicht dauerhaft zu einem niedrigen Preis angeboten würden, wenn dies den Interessen des Kremls widerspreche. Russland habe Preise nach dieser Einschätzung bereits abhängig von wirtschaftlichen oder politischen Umständen verändert.

Die AfD und ihre Position zur Energieversorgung werden damit in einen Zusammenhang gestellt, der über die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern hinausweist. Im Mittelpunkt stehen die Zuständigkeit der deutschen und europäischen Institutionen, die geltenden EU-Sanktionen sowie die Frage, welche Rolle russische Energieangebote im deutschen Wahlkampf spielen.

Dmitrijews Beitrag blieb vor der Abstimmung in Mecklenburg-Vorpommern Teil der öffentlichen Debatte über AfD, Nord Stream und die politische Einflussnahme Russlands in Deutschland.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

RISC Software GmbH aus Hagenberg erhält staatliches Gütezeichen für Familienfreundlichkeit
Vorheriger artikel

RISC Software GmbH aus Hagenberg erhält staatliches Gütezeichen für Familienfreundlichkeit

Eni eröffnet „Lieblingshäuschen 3.0“ in Haslach mit neuem Konzept
Nächster artikel

Eni eröffnet „Lieblingshäuschen 3.0“ in Haslach mit neuem Konzept

Nicht verpassen