Rechnitz und Schachendorf setzen auf erneuerbare Energien
RECHNITZ. Die Gemeinden Rechnitz und Schachendorf planen ein gemeinsames Projekt zur Energiegewinnung aus Wind, Sonne und Speicherung, das im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung von der Burgenland Energie präsentiert wurde. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2032 vorgesehen.
Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, erklärte, dass die derzeitige Energiekrise die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen noch deutlicher mache. Um diesem Problem entgegenzuwirken, sollen mit heimischen Ressourcen die Gemeinden energieunabhängiger werden. Sharma betonte die Notwendigkeit einer eigenständigen Energieversorgung, insbesondere nach den Stromausfällen im Südburgenland in den letzten Monaten.
Windkraft und Photovoltaik im Fokus
Für die Umsetzung des Projekts sind 13 Windräder und ein Photovoltaikpark mit einer Gesamtleistung von rund 80 Megawatt geplant, die an der Grenze zu Ungarn entstehen sollen. Der Netzausbau, erforderlich zur Verbesserung der Versorgungssicherheit, wird derzeit im Mittel- und Südburgenland vorangetrieben.
Bürgermeister Martin Kramelhofer von Rechnitz merkte an, dass die vorgesehenen Windkraftanlagen während des Herbstes und Winters Strom produzieren würden, während die Photovoltaikanlagen im Frühling und Sommer Energie liefern. Batteriespeicher sollen die Versorgung in windstillen und sonnenarmen Zeiten gewährleisten.
Robert Marlovits, Bürgermeister von Schachendorf, unterstrich die Bedeutung der erneuerbaren Energieprojekte für eine nachhaltige Zukunft. Das Engagement der Kinder und Jugendlichen in diesem Projekt liege ihm besonders am Herzen, da es um die Sicherstellung der Energieversorgung für zukünftige Generationen gehe.
Integration mit Landwirtschaft
Die geplanten Anlagen werden als Agri-Wind- und PV-Park in Kombination mit landwirtschaftlicher Nutzung errichtet. Dies ermöglicht die weitere Bewirtschaftung der Flächen zwischen den PV-Paneelen und unter den Windrädern. Bürger, Gemeinde und Unternehmen haben die Möglichkeit, sich finanziell an den Projekten zu beteiligen.
Durch die Energiegemeinschaft „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ können die Bürger den erzeugten Strom langfristig zu einem stabilen Tarif nutzen. Über 20 Jahre erzielt die Gemeinde voraussichtlich jährliche Einnahmen von etwa vier Millionen Euro aus den erneuerbaren Energieanlagen, basierend auf dem burgenländischen Landesgesetz.
Nachhaltigkeit für kommende Generationen
Das Projekt wird als Generationenprojekt beschrieben, das nachhaltigen und sicheren Strom für die Region bereitstellen soll. Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen umfasst auch pädagogische Angebote zu den Themen Klimaschutz und erneuerbare Energien.
Einordnung
Die Umsetzung dieses Projekts wird die Energieversorgung in Rechnitz und Schachendorf erheblich transformieren und die Gemeinden unabhängiger von externen Energiequellen machen. Dies ist besonders relevant im Kontext der aktuellen Energiekrise. Langfristige wirtschaftliche Vorteile und ein Bildungsansatz zur Nachhaltigkeit ergänzen die Initiative.


