IV OÖ entwickelt Merit Order zur Effizienzsteigerung im Strom-Einkauf in Oberösterreich

September 16, 2026 18:43
IV OÖ entwickelt Merit Order zur Effizienzsteigerung im Strom-Einkauf in Oberösterreich

Steigende Gaspreise belasten Strommarkt in Österreich

Die Industriellenvereinigung (IV) Oberösterreich fordert eine Reform des Strommarktdesigns. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben erneut die Anfälligkeit des europäischen Strommarktes aufgezeigt, da steigende Gaspreise über das Merit Order-System die Strompreise ankurbeln, auch in Österreich, das überwiegend auf erneuerbare Energien setzt.

IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch betont, dass Österreich mit einem hohen Anteil an erneuerbarer Stromerzeugung, insbesondere Wasserkraft, über einen Wettbewerbsvorteil verfügt. Dennoch führe der derzeitige Marktmechanismus dazu, dass das teuerste Kraftwerk, meist ein Gaskraftwerk, den Strompreis für alle Anbieter bestimme. Bei steigenden Gaspreisen steige folglich auch der Strompreis, obwohl der Großteil des Stroms aus günstigeren erneuerbaren Quellen erzeugt wird.

Haindl-Grutsch kritisiert die aktuelle Ausgestaltung und fordert ein besseres Marktdesign anstelle einer Abschaffung des Marktes. Die Merit Order habe ökonomisch ihre Berechtigung, sei jedoch in geopolitischen Krisen für einen Industriestandort nicht ausreichend resilient. Ein kleiner fossiler Anteil dürfe nicht den Preis für große Mengen günstigen erneuerbaren Stroms bestimmen.

Er weist darauf hin, dass Europa nicht die Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie beklagen könne, während es ein Strommarktdesign akzeptiere, das bei geopolitischen Gaspreisschocks nahezu sofort zu Strompreisanstiegen führe. Für Österreich müsse die heimische Wasserkraft zu einem echten Standortvorteil werden, sowohl in der Energiestatistik als auch auf der Stromrechnung.

Einordnung

Die Forderung nach einer Reform des Strommarktdesigns zielt darauf ab, die Preisanfälligkeit zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu stärken. Eine Anpassung könnte dazu beitragen, die Auswirkungen geopolitischer Krisen auf die Energiepreise zu minimieren und den Standort Österreich zu sichern.

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