Russischer Abgeordneter droht mit Angriffen auf europäische Verteidigungsindustrie

Juni 27, 2026 13:20
Russischer Abgeordneter droht mit Angriffen auf europäische Verteidigungsindustrie
Russischer Abgeordneter droht mit Angriffen auf europäische Verteidigungsindustrie

Ein hochrangiger russischer Abgeordneter hat angedeutet, dass Moskau Angriffe auf europäische Rüstungsbetriebe erwägen könnte, die Waffen und Munition für die Ukraine produzieren. Damit verschärft sich die Rhetorik über eine mögliche Ausweitung des Krieges über das ukrainische Territorium hinaus.

Andrei Kolesnik, Mitglied des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, erklärte am 26. Juni, Russland werde „unweigerlich“ Produktionsstätten ins Visier nehmen, in denen Drohnen und Raketen für die ukrainischen Streitkräfte hergestellt werden.

Er sagte gegenüber russischen Medien, „die beste Verteidigung ist der Angriff“, und Russland werde gezwungen sein, europäische Produktionsstandorte zu treffen, um Europa „zur Vernunft zu bringen“. Zudem erklärte er, Russland habe noch nicht alle militärischen Mittel ausgeschöpft, die im Rahmen der von Moskau als „militärische Spezialoperation“ bezeichneten Invasion verfügbar seien.

„Daran kann man nichts ändern, wir werden trotzdem dazu kommen und Objekte angreifen, in denen Drohnen und Raketen hergestellt werden“, wurde Kolesnik von Gazeta.ru zitiert. Waffen, die in Europa produziert und anschließend gegen russisches Territorium eingesetzt würden, seien demnach legitime Ziele.

Die Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund ukrainischer Berichte über die Vorbereitung einer 40-tägigen Militäroperation zur Erzwingung von Verhandlungen. Russland wiederum soll laut Einschätzungen seine Kampfhandlungen entlang der Frontlinie intensivieren. Kolesnik betonte, Moskau werde sich nicht auf defensive Maßnahmen beschränken.

Die Äußerungen gelten als eine der direktesten Drohungen eines russischen Politikers gegenüber Produktionsstandorten in NATO-Staaten. Europäische Rüstungsunternehmen haben ihre Produktion von Artilleriemunition, gepanzerten Fahrzeugen und Drohnen deutlich ausgeweitet, um ukrainische Bestände zu ersetzen.

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